Lead-Programm

EU-Fördermittel: Eine Unternehmerin hat mehrfach das Lead-Programm absolviert

Langendorf - Wie Fördermittel der Europäischen Union in den Burgenlandkreis fließen.

Von Claudia Petasch 15.11.2016, 09:58

Das Fachwerkhaus von Familie Schwarzburg in der Luckaer Straße von Langendorf ist ein Blickfang. Vor den Fenstern hängt Blumenschmuck, an der Hoftür steht eine einladende Dekoration, daneben lädt ein Schild zum Bummeln in dem kleinen Laden ein, der sich auf dem Gehöft befindet. Hier betreibt Sandra Schwarzburg seit 2008 ihren Laden für Dekorationen und Geschenke im skandinavischen Stil. Drei Jahre später eröffnete sie im Raum nebenan ein Café. Und beides läuft sehr erfolgreich, sagt die Unternehmerin.

Doch um dahin zu kommen, war viel Arbeit nötig. Erst einmal baulicher Art. Denn das Nebengebäude, in dem sich der Laden und das Café befinden, wurde früher als Stall genutzt. Da musste die Familie einiges investieren, um die Renovierung zu stemmen. Finanzielle Unterstützung hat sich die Unternehmerin dabei über das Leader-Programm geholt. Das wird aus verschiedenen EU-Fördertöpfen gespeist, unterstützt wird unter anderem die Entwicklung und Belebung von Kommunen, sei es durch private oder gewerbliche Vorhaben.

"Habe es nie bereut"

Da ist Schwarzburg mit ihrem Laden und Café „Quippini“ genau richtig. Deswegen konnte sie schon drei Mal von einer Förderung profitieren, beim Umbau zum Café, beim Pflastern des Hofes und bei Dacharbeiten. „Ich habe es nie bereut, auch wenn es viel Arbeit ist“, sagt sie. Für die anstehende Sanierung des Dachstuhls, der künftig als Lager dienen soll, hofft sie nun erneut auf eine Zusage.

Doch um an das Geld zu kommen, ist es ein weiter Weg. „Ich würde jedem raten, sich dabei Hilfe zu holen“, sagt Schwarzburg. Der Antrag für die Fördermittel umfasst etliche Seiten und mit den Angaben und Fragen im „Fachchinesisch“ ist man als Laie einfach überfordert. Schwarzburg fand die kompetente Unterstützung beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (Alff), die Mitarbeiter dort sind den Antrag mit ihr durchgegangen.

Auch die Baugenehmigung, Fotos und der Finanzplan gehören dazu, sagt sie. Zudem müssen für jedes Gewerk drei Kostenangebote eingeholt werden, das Günstigste wird bei einer Zusage gefördert. „Man muss also schon einiges an Vorarbeit leisten“, sagt Schwarzburg. Und sich auf die Handwerker verlassen können, dass sie nach der Abgabe ihrer Angebote auch zeitnah zur Verfügung stehen.

Zeitplan ist knapp bemessen

Doch bevor es soweit ist, musste Schwarzburg ihre Vorhaben noch in der Leader-Gruppe vorstellen. Diese entscheidet, ob das Projekt gefördert werden kann. Trifft das zu, bekommt der Bauherr einen Zeitplan vorgegeben. Und der ist ganz schön knapp bemessen, so Schwarzburg. So kann es sein, dass im Frühjahr der positive Bescheid kommt und im Herbst alles fertig sein muss. Erst wenn man das nachweisen kann und alle Rechnungen einreicht, wird ein Teil des Geldes erstattet.

„Aber das hat sich immer gelohnt, wenn man bis zu 40 Prozent der Kosten zurückbekommt“, sagt Schwarzburg, die noch viele Ideen hat, was man auf dem Hof machen könnte. Möglichkeiten für eine erneute Förderung gibt es, denn das Programm läuft noch bis 2020. Zwischen März und Juli können wieder neue Projektideen eingereicht werden. (mz)