Endspurt im Problemhaus an der Ecke

Endspurt im Problemhaus an der Ecke: Nimmt Bauprojekt der Weißenfelser Wohnungsbaugenossenschaft ein glückliches Ende?

Weißenfels - Endspurt für ein schwieriges Bauprojekt im Weißenfelser Zentrum: Das Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Saalstraße/Jüdenstraße soll in den nächsten Wochen fertig werden.

Von Andreas Richter 04.01.2019, 06:00

Endspurt für ein schwieriges Bauprojekt im Weißenfelser Zentrum: Das Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Saalstraße/Jüdenstraße soll in den nächsten Wochen fertig werden. „Mitte Februar werden die Schlüssel rausgegeben, die Mietverträge gelten ab 1. März“, informiert Martin Neumann, Vorstand der Weißenfelser Wohnungsbaugenossenschaft (WBG). In dem Haus sind insgesamt acht Wohnungen, sechs Drei-Raum- und zwei Zwei-Raum-Wohnungen, entstanden.

Spätestens dann nimmt also ein Bauprojekt sein glückliches Ende, das die WBG länger beschäftigt hat als ihr lieb sein konnte. „Wir haben doppelt so lange gebraucht als geplant“, weiß Neumann heute. Nach dem ersten Spatenstich vor knapp drei Jahren war die Hoffnung noch groß, dass das ehrgeizige Bauvorhaben im Sommer 2017 abgeschlossen werden kann.

Doch dann bereitete nicht nur die Gründung des Gebäudes an einer Engstelle im Zentrum unweit der Saale Probleme. Ab März 2017 standen sogar alle Räder still. Die WBG hatte der Baufirma gekündigt. Erst im November des selben Jahres ging es weiter.

WBG-Chef: „Das war mein schwerster Brocken“

„Ein privater Bauherr wäre wohl verzweifelt“, sagt Martin Neumann. Seit zwanzig Jahren ist der 64-Jährige WBG-Chef. Ein Jahr vor seinem Ruhestand weiß er: „Das war mein schwerster Brocken.“ Ans Aufgeben habe er jedoch nie gedacht. Jetzt freut er sich nur noch auf die Vollendung. „Ich glaube, das wird eine schöne Ecke“, findet Neumann.

Knapp 2,5 Millionen Euro wird die Weißenfelser Genossenschaft am Ende in das innerstädtische Bauprojekt investiert haben. Auch bei den Kosten sollte die Realität erste Schätzungen bald einholen: War doch zu Beginn von rund 1,5 Millionen Euro die Rede. Mehr als 330.000 Euro hat die WBG als Fördermittel von Bund und Land erhalten, 50.000 Euro von der Stadt.

Neumann: Neubau gehört zur Philosophie der Genossenschaft

Während am Eckhaus also der Endspurt bevorsteht, will die Genossenschaft in diesem Jahr an anderer Stelle ein weiteres Zeichen setzen. Im Sommer soll es den ersten Spatenstich für neue Mietwohnungen im Stadtteil West geben. Auf dem ehemaligen Reithallengelände kurz vor der Brücke in die Beuditzvorstadt sollen 30 Wohnungen entstehen.

Warum sich die WBG nach den leidvollen Erfahrungen im Zentrum erneut ein Bauprojekt antut? „Den Wohnungsbestand nur verwalten, das ist keine Zukunft“, meint Martin Neumann. Deshalb gehöre auch der Neubau zur Philosophie der Genossenschaft. So wie vor mehr als zehn Jahren die Passivhäuser in der Marienstraße, wie die Wohnanlage „Nordstern“ in der Neustadt oder nun eben die Wohnungen in West.

Alles in allem plant die Weißenfelser Genossenschaft in diesem Jahr Investitionen in einem Umfang von rund 3,5 Millionen Euro. Darunter sind etwa eine Million Euro, um derzeit leerstehende Wohnungen für die Vermietung flottzumachen. Die gleiche Summe ist vorgesehen, um die Substanz vermieteter Wohnungen zu erhalten. So sollen unter anderem in der Otto-Schlag-Straße 8 bis 14 auf dem Kugelberg Balkons angebaut werden. (mz)