Ehrenbuch von Weißenfels

Ehrenbuch von Weißenfels: Wo sich schon Helmut Kohl verewigt hat

Weissenfels - VIm Ehrenbuch der Stadt Weißenfels haben sich Prominente verewigt. Wer sich noch eingetragen hat.

Von Andreas Richter 03.02.2018, 08:00

Die Weißenfelser Stadtmusikanten gehören seit dem jüngsten Neujahrsempfang der Stadt zu einer illustren Gesellschaft.

Die Kelly Family gehört dazu, Ex-Bundespräsident Joachim Gauck und Ruder-Olympiasieger Andreas Hajek. Sie alle und noch viel mehr haben sich irgendwann einmal im Ehrenbuch der Stadt Weißenfels verewigen dürfen.

Das Ehrenbuch von Weißenfels: Das gibt es seit 1990

Seit 1990 gibt es das aktuelle Ehrenbuch. Der damalige Bürgermeister Martin Neumann, heute Chef der Weißenfelser Wohnungsbaugenossenschaft, hatte seinerzeit den Anfang gemacht.

Über fast drei Jahrzehnte hinweg hat sich das Buch seitdem zu einer bemerkenswerten Chronik der jüngeren Weißenfelser Geschichte gemausert.

Das Ehrenbuch von Weißenfels: Hans-Dietrich Genscher hat sich eingetragen

Einer der ersten Einträge stammt vom Mai 1990, als die damaligen Weißenfelser Stadträte zu ihrer ersten Sitzung zusammenkamen. Im damaligen „Haus der Werktätigen“, das später zum „Goldenen Hirsch“ wurde und mittlerweile seit vielen Jahren in der Nikolaistraße dem Verfall preisgegeben ist.

Prominenten Besuch gab es im Oktober des selben Jahres. Da trug sich der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher ebenso im Weißenfelser Ehrenbuch ein wie wenige Tage später die Musikgruppe Kelly Family.

Das Ehrenbuch von Weißenfels: Kohl, Köhler und Gauck kamen dazu

Ein Blick in die Weißenfelser Chronik zeigt: Einige hochrangige Politiker machten der Saalestadt ihre Aufwartung.

So sprach der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl am 1. April 1998 auf dem Marktplatz der Saalestadt, am 29. September 2004 besuchte Bundespräsident Horst Köhler die Stadt, und am 20. Oktober 2010 war Bundespräsident Joachim Gauck Gast im Weißenfelser Schloss.

Das Ehrenbuch von Weißenfels: Auch die Sportler trugen sich ein

Zahlreiche Sportler haben in der Chronik ihre Handschrift hinterlassen. Besonders oft ist der Unihockeyclub Sparkasse (UHC) als mehrfacher Deutscher Meister zu finden.

Aber auch der Aufstieg des SSV Hagebau Weißenfels in die erste Basketball-Bundesliga im Jahr 1999 und der Europapokalsieg des Mitteldeutschen Basketball Clubs (MBC) im Jahr 2004 fehlen nicht im Ehrenbuch der Stadt. Ebenso wenig wie die Erfolge der Weißenfelser Reiterin Juliane Dietrich bei den nationalen Special Olympics.

Wer aber entscheidet eigentlich darüber, wer sich in das Ehrenbuch eintragen darf?

„Es gibt dazu keine eindeutige Richtlinie“, sagt Stadtsprecherin Katharina Vokoun. Klar ist nur, dass jene Weißenfelser, die mit den Titeln Verdienter Bürger und Ehrenbürger ausgezeichnet werden, in der Chronik ihren Platz finden.

Ebenso tragen sich die jeweiligen Oberbürgermeister und die Stadträte nach ihrer Wahl in das Ehrenbuch ein. Weitere Einträge ergeben sich dann, mitunter auch spontan, aus dem gesellschaftlichen Leben in der Stadt.

So gehört denn auch der Bismarckturmverein dazu, der sich jahrelang für die Sanierung des Wahrzeichens auf dem Klemmberg eingesetzt hat. Oder der Verein music art, der die Stadt mit seinen Musical-Aufführungen über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat.

Das Ehrenbuch von Weißenfels: Exotisches ist auch zu finden

Aber auch eher Exotisches ist beim Blättern zu finden. So besuchte im September 2001 eine Delegation aus dem westafrikanischen Senegal Kommunalpolitiker in Weißenfels. 2003 war eine Militärdelegation aus Litauen in der Saalestadt.

Vor der Wende, so erzählt Katharina Vokoun, gab es kein Ehrenbuch in Weißenfels. Bei einem Umzug hatte sie in ihrem Büro irgendwann lediglich ein leeres Buch mit der Aufschrift

„Unsere Freunde und Gäste“ gefunden. Angelegt wurde es vom Rat der Stadt zur 800-Jahrfeier von Weißenfels 1985. Doch die Seiten blieben - aus welchen Gründen auch immer - später leer. (mz)