Echo auf neue Trommelfabrik

Echo auf neue Trommelfabrik: „Verballertes Geld“ oder ein „Fortschritt für Weißenfels“?

Weißenfels - Die Reaktionen der Weißenfelser reichen von heller Begeisterung bis zu tiefen Zweifeln. Zuvor berichtete die MZ, dass ein libysch-kanadischer Investor die ehemalige Trommelfabrik in ein Kulturzentrum verwandeln will. Unter anderem Hotel, Gastronomie und Saunalandschaft sollen demnach für fünf Millionen Euro in der Immobilie entstehen, die der Geschäftsmann gerade erworben ...

Von Jan Iven 14.07.2016, 15:05

Die Reaktionen der Weißenfelser reichen von heller Begeisterung bis zu tiefen Zweifeln. Zuvor berichtete die MZ, dass ein libysch-kanadischer Investor die ehemalige Trommelfabrik in ein Kulturzentrum verwandeln will. Unter anderem Hotel, Gastronomie und Saunalandschaft sollen demnach für fünf Millionen Euro in der Immobilie entstehen, die der Geschäftsmann gerade erworben hat.

Vor allem auf der Facebook-Seite der Mitteldeutschen Zeitung Weißenfels diskutierten die Nutzer intensiv über das ehrgeizige Projekt. „Wenn das wirklich so gemacht wird wie beschrieben, ist dies ein Riesen-Fortschritt für Weißenfels“, schreibt etwa Patrick Höhn bei Facebook. „Wäre echt toll!“

Andere sind skeptischer. „Und wer soll diese Oase der Glückseligkeit besuchen?“, fragt Stefanie Peters. „Keine Imbissbude hat Bestand in unserem Bad... Es gibt nicht mal mehr eine Kneipenmeile, weil diese nicht ausreichend besucht werden....“ Auch die Lage an der Saale wird kritisiert, da würden „...Millionen verballert, da ständig Probleme mit dem Hochwasser auftauchen“, schreibt Ralf Kipka. Und Katharina Edeler fragt: „Wie wäre es, mal was für Kinder zu machen? Oder das Schwimmbad in Langendorf erneuern?“

Auch auf dem Weißenfelser Marktplatz wird das Thema kontrovers diskutiert. „Die Idee ist ja nicht schlecht“, sagt der 81-jährige Wolfgang Brandt. Allerdings hält der Rentner aus Uichteritz den Standort an der Saale für schlecht gewählt. „Wegen der Hochwassergefahr müsste woanders gebaut werden.“ So richtig könne er auch nicht an das Projekt glauben.

Ursula Verhalen aus Weißenfels sieht das ähnlich. „Am Fluss ist das zu gefährlich. Da kann man das Gebäude gleich abreißen“, so die 65-jährige Rentnerin. Sie könne sich noch an die Zeit erinnern, als an der Saale Trommeln hergestellt wurden. „Wir haben dort oft glitzernde Materialreste für die Kita-Kinder zum Basteln bekommen“, erzählt Ursula Verhalen, die sich ebenfalls kaum vorstellen kann, dass dort wieder etwas Neues entstehen wird. Der Betrieb war nach der Wende geschlossen worden.

So manche Nutzer bei Facebook begrüßen die Pläne jedoch. „Manchmal braucht es Visionen und Macher“, so Petra Tischendorf. Und Anja Rödel schreibt: „Hoffentlich bleibt die Grund-Substanz bestehen, die so viel Charme hat. Eine moderne Bude fände ich nicht so toll.“ Doch wie auch immer es mit der ehemaligen Trommelfabrik weitergeht: Eine Moschee, wie es gerüchteweise hieß, soll dort auf jeden Fall nicht entstehen, versicherte der neue Besitzer. (mz)