Drogenprävention an Schulen

Drogenprävention an Schulen: Warum Weißenfels über Rauschmittel-Missbrauch aufklärt

Weissenfels - Die Stadt Weißenfels will gemeinsam mit der Polizei das Programm „Klar sehen - clean bleiben“ zur Aufklärung über die Folgen des Missbrauchs legaler und illegaler Drogen neu beleben. Wie Gesine Kerwien vom Polizeirevier Burgenlandkreis bestätigte, werden die Schulen der Stadt derzeit über das breite Angebot an Veranstaltungen zum Thema Drogenprävention informiert. Auf einem Fragebogen können die Schulen ihr Interesse an konkreten Angeboten anmelden. Die Offerten reichen von Buchlesungen und Filmprojekten bis hin zu einer ...

Von Andreas Richter 07.10.2019, 12:23

Die Stadt Weißenfels will gemeinsam mit der Polizei das Programm „Klar sehen - clean bleiben“ zur Aufklärung über die Folgen des Missbrauchs legaler und illegaler Drogen neu beleben. Wie Gesine Kerwien vom Polizeirevier Burgenlandkreis bestätigte, werden die Schulen der Stadt derzeit über das breite Angebot an Veranstaltungen zum Thema Drogenprävention informiert. Auf einem Fragebogen können die Schulen ihr Interesse an konkreten Angeboten anmelden. Die Offerten reichen von Buchlesungen und Filmprojekten bis hin zu einer Sportnacht.

Aufklärung: Vom einmaligen Gespräch bis zur Begleitung über Jahre

Dass Aufklärung rund um das Thema Drogen im Jugendalter nach wie vor hochaktuell ist, hat ein Bericht von Sozialarbeiter Christian Tosch auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses des Weißenfelser Stadtrates deutlich gemacht. Tosch ist einer von zwei Mitarbeitern bei der Sucht- und Drogenberatungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Weißenfelser Leopold-Kell-Straße. Rund 300 Frauen und Männer werden gegenwärtig von den beiden Sucht- und Drogenberatern betreut. Die Intensität der Beratung sei jedoch sehr unterschiedlich.

Sie reiche vom einmaligen Gespräch bis hin zu einer Begleitung über Jahre hinweg. Allein im vergangenen Jahr wurden laut Tosch rund 2900 Gespräche mit Betroffenen, darunter persönliche Treffen ebenso wie Telefonate, geführt. Diese Größenordnung sei seit Jahren konstant. „Wir sind damit nahezu am Limit“, sagte der Drogenberater. Viel mehr könnten er und seine Kollegin Susann Wilsdorf nicht leisten. Dennoch versuche man bei neuen Betroffenen, das erste Gespräch so schnell wie möglich zu führen. Weitere Termine könnten dann aber auch mal drei bis vier Wochen dauern.

Rauschmittel-Missbrauch in Weißenfels

Aus seiner alltäglichen Erfahrung weiß Tosch: Die synthetische Droge Crystal Meth und Cannabis stehen beim illegalen Konsum von Rauschmitteln konstant hoch im Kurs. „Das Einstiegsalter bei Crystal liegt mittlerweile bei 13 Jahren. In dem Alter wird zum Teil schon regelmäßig konsumiert“, berichtete der Drogenberater. Seine Erfahrung aus dem Schulalltag konnte im Sozialausschuss der 18-jährige Stadtrat Eric Stehr beisteuern.

„In meiner Jahrgangsstufe ist jeder Zweite schon mal mit Drogen in Berührung gekommen“, schätzte der Abiturient des Goethegymnasiums ein. Die Nachhaltigkeit des Präventionsprojekts „Klar sehen - clean bleiben“ sieht er eher kritisch. Er selbst könne sich nur an eine Sportnacht erinnern, sagte der ehemalige Schüler. „Wir brauchen noch mehr aktive Aufklärung“, so Stehrs Botschaft.

Die DRK-Beratungsstelle in der Leopold-Kell-Straße ist zu erreichen unter 03443/39 37 15 oder 03443/39 37 40 (mz)

Mit dem Programm „Klar sehen - clean bleiben“ will die Stadt Weißenfels gemeinsam mit der Polizei zur Aufklärung über die Folgen des Missbrauchs legaler und illegaler Drogen neu beleben. 
Mit dem Programm „Klar sehen - clean bleiben“ will die Stadt Weißenfels gemeinsam mit der Polizei zur Aufklärung über die Folgen des Missbrauchs legaler und illegaler Drogen neu beleben. 
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