Dritter Bauabschnitt

Dritter Bauabschnitt : Warum die Sanierung von Neu Augustusburg eine Mammutaufgabe ist

Weissenfels - Der Erhalt des Schlosses Neu Augustusburg ist eine Mammutaufgabe. Sie beschäftigt die Stadt Weißenfels bereits seit Jahren und erfolgt nur in kleinen Schritten. Allein die statische Sicherung des Südflügels ist eine so große Aufgabe, dass sie in vier verschiedene Bauabschnitte unterteilt worden ist. Begonnen haben die Arbeiten bereits vergangenes Jahr. Dieser Tage ist nun mit dem Aufstellen eines gewaltigen Baugerüsts der Startschuss für den dritten Bauabschnitt ...

Von Alexander Kempf 05.08.2019, 05:00

Der Erhalt des Schlosses Neu Augustusburg ist eine Mammutaufgabe. Sie beschäftigt die Stadt Weißenfels bereits seit Jahren und erfolgt nur in kleinen Schritten. Allein die statische Sicherung des Südflügels ist eine so große Aufgabe, dass sie in vier verschiedene Bauabschnitte unterteilt worden ist. Begonnen haben die Arbeiten bereits vergangenes Jahr. Dieser Tage ist nun mit dem Aufstellen eines gewaltigen Baugerüsts der Startschuss für den dritten Bauabschnitt erfolgt.

Dritte Bauabschnitt betrifft den Südflügel von der Rüstkammer bis zum Giebel

Vom Gerüst aus sollen die Außenwände des Südflügels nun mit Hilfe von Stahl stabilisiert werden. Dafür werden von einer Außenwand bis zur anderen Außenwand röhrenförmige Hohlräume in den Sandstein gebohrt, in die lange Stahlstangen, die sogenannten Spannanker geschoben werden, erläutert die Stadtsprecherin Katharina Vokoun das Vorgehen. In der ersten Hälfte des Südflügels sind diese Arbeiten bereits vollzogen worden. Im Spätsommer vergangenen Jahres ist darüber hinaus mit der Sicherung des Gewölbes im Ostgiebel begonnen worden.

Der dritte Bauabschnitt betrifft laut der Stadtsprecherin den Südflügel von der Rüstkammer bis zum Giebel. „Hierbei werden im restlichen Teil des Südflügels ebenfalls Spannanker gesetzt“, heißt es, um die Außenwände zu stabilisieren. Im Folgenden würden sich die Arbeiter den Rissen in den Wänden widmen. „Mithilfe von kleinen Plastikröhrchen – den sogenannten Packern – wird Injektionsmörtel in die Hohlräume zwischen den Steinen gedrückt und die Wände auf diese Weise wieder verfestigt“, erklärt Katharina Vokoun.

Schlosssanierung ist Mammutaufgabe und belastet Weißenfelser Haushalt

Die statische Sicherung des 78 Meter langen Südflügels wird die Stadt noch weit über dieses Jahr hinaus beschäftigen. Im vierten Bauabschnitt soll bis 2021 die große Mittellängswand im Erdgeschoss statisch gesichert werden, kündigt die Stadtsprecherin an. Möglich sind die Arbeiten nur dank Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Weißenfels ist hier als einzige Stadt in ganz Sachsen-Anhalt bedacht worden.

Trotz der vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zur Verfügung gestellten 1,4 Millionen Euro belastet die Schlosssanierung immer auch das Weißenfelser Stadtsäckel. Immerhin muss die Saalestadt für den notwendigen Eigenanteil in Höhe von rund 33 Prozent aufkommen. Und generalüberholt ist der Gebäudeteil ja auch nach den Arbeiten noch nicht.

Schloss Neu Augustusburg ist das Wahrzeichen der Stadt Weißenfels. Der Monumentalbau mit seinen drei Flügeln entstand zwischen 1660 und 1694 auf den Grundmauern der einstigen Weißenfelser Burg. Bis zum Jahr 1746 war das Herrenhaus der Sitz der kursächsischen Nebenlinie Sachsen-Weißenfels. Die Särge des Adelsgeschlechts lagern noch heute in einem Gewölbe unter der prächtigen Schlosskirche im Nordflügel. Dessen Fassade, die zur Altstadt zeigt, ist schon vor Jahren saniert worden.

Im Nordflügel befindet sich auch das Museum Weissenfels, das unter anderem eine Ausstellung zum Herzogtum Sachsen-Weißenfels sowie zur Weißenfelser Stadtgeschichte im Angebot hat. Darüber hinaus erinnert ein Schuhmuseum an einen einstmals wichtigen Industriezweig der Stadt. (mz)

Nach Sanierung von Neu Augustusburg: Nutzung als Hotel, Opernhaus oder Kreativzentrum?

Je mehr Geld in den Erhalt von Neu Augustusburg fließt, umso lauter dürften die Fragen nach dessen künftiger Nutzung werden. Bereits 2018 startete daher neben den Sanierungsarbeiten auch ein Dialog. „In einem Workshop wurden zusammen mit Teilnehmern aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft Ideen für eine nachhaltige Nutzung des Schlosses erarbeitet“, erläutert Katharina Vokoun.

Der Dialog stand unter dem Motto „verSCHLOSSene Räume öffnen“ und soll in diesem und im kommenden Jahr fortgeführt werden. Bisher wurden ein offenes Kreativ- und Multimediazentrum diskutiert, aber auch ein kleines Café mit freier Bühne sowie frei nutzbaren Multimediaräumen und Werkstätten vorgeschlagen. Des Weiteren waren ein Hotel mit Konzertsaal, eine Erweiterung des Museums, eine Hochschule mit Internat, ein Theater-und Opernhaus sowie eine großräumigen Bibliothek unter den ersten Vorschlägen. (mz)