Dreharbeiten

Dreharbeiten: Ehemaliger Filmpalast Gloria wird Filmset

Weißenfels - Heruntergekommen, aber irgendwie doch ganz cool. So sieht der große Saal im ehemaligen Filmpalast Gloria in den Augen der Jugendlichen von innen aus. Der Putz bröckelt von den Wänden, Staub liegt auf dem Boden. Doch die alte Bühne erinnert an Kino und Theater und regt die Fantasie an. Ein paar junge Leute stehen dort oben und spielen Gitarre, grelle Scheinwerfer leuchten die Szenerie aus. Unten steht ein Kameramann und ...

Von Jan Iven 11.04.2016, 15:05

Heruntergekommen, aber irgendwie doch ganz cool. So sieht der große Saal im ehemaligen Filmpalast Gloria in den Augen der Jugendlichen von innen aus. Der Putz bröckelt von den Wänden, Staub liegt auf dem Boden. Doch die alte Bühne erinnert an Kino und Theater und regt die Fantasie an. Ein paar junge Leute stehen dort oben und spielen Gitarre, grelle Scheinwerfer leuchten die Szenerie aus. Unten steht ein Kameramann und filmt.

Im Gloria sind die Mitglieder der jungen katholischen Gemeinde in Weißenfels zu Gange. Nachdem sie sich mit der Jugend City Pastoralstelle an der Jüdenstraße ihren eigenen Jugendclub eingerichtet haben, starteten die Kinder und Jugendlichen nun eines ihrer ersten Projekte. „Wir drehen vier Kurzfilme für den Deutschen Katholikentag in Leipzig“, erläutert Thomas Schäfer. Der 18-jährige Weißenfelser führt die zweite Kamera und ist für den Schnitt zuständig. Zudem dreht er auch noch einen Film über das gesamte Projekt.

Vorab soll allerdings nicht zu viel verraten werden. Immerhin: In den insgesamt vier Kurzfilmen werden Sehnsüchte der Menschen thematisiert. „Unter anderem wird es um den Hunger nach Schönheit gehen“, sagt Gemeindeassistent Martin Papke. Der alte Filmpalast Gloria sei dafür ein sehr passender Ort. Er liefert Inspiration. In einer Großstadt hätten sich dort vielleicht schon längst Künstler oder Fotografen mit den unterschiedlichsten kreativen Projekten ausprobiert. In Weißenfels übernehmen das die Jugendlichen von der Katholischen Gemeinde. Natürlich mit Genehmigung der Stadt und unter Beachtung aller nötigen Sicherheitsvorkehrungen.

Und zur Schönheit des Ortes wollen auch die jungen Leute beitragen. Holzwände werden bunt gemalt, Kulissen errichtet. Denn auch der Hauptdarsteller in dem Film möchte seine Umgebung verschönern und findet dabei jede Menge Unterstützung und Freunde. Es wird gewerkelt und gemalert und gespielt, zwischendurch gibt es immer wieder Musik von der Bühne.

Zukunft des Gebäude weiter unklar

Die rund zwei Dutzend Kinder und Jugendlichen haben sich viel vorgenommen. Denn ihre Kurzfilme sollen Ende Mai beim Abschlussgottesdienst beim 100. Katholikentag in Leipzig gezeigt werden. Gerechnet wird mit Tausenden von Zuschauern. „Das ist schon eine große Aufgabe“, sagt Martin Papke. Wenn der Film fertig ist, wird er voraussichtlich bereits vorab in der Jugend City Pastoralstelle in der Jüdenstraße gezeigt.

Nach dem Abschluss der Dreharbeiten werden die Kulissen erst einmal im ehemaligen Filmpalast bleiben. Auch wie es mit dem Gebäude von 1928 weitergehen soll, ist immer noch unklar. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Vorschläge für eine Nutzung, etwa für eine Bücherei. Doch konkrete Pläne gibt es bisher nicht. (mz)