Diskussion neu entfacht

Diskussion neu entfacht: Braucht die Weißenfelser Innenstadt ein zweites Parkhaus?

Weißenfels - Derweil wollen die Linken im Stadtrat eine lange währende Debatte neu entfachen.

Von Andreas Richter 03.05.2019, 05:00

Die Linken im Weißenfelser Stadtrat wollen die Diskussion um den Bau eines zweiten innerstädtischen Parkhauses neu entfachen. Wie der Vorsitzende Hans Klitzschmüller auf MZ-Anfrage bestätigte, will die Fraktion Die Linke auf der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am 13. Mai einen Antrag auf den Bau eines Parkhauses auf dem Klingenplatz mit Übergang zum Schloss stellen.

Zweites Parkhaus in der Weißenfelser Innenstadt: Ja oder nein?

„Wenn wir von einer Belebung der Innenstadt sprechen, dann brauchen wir mehr Parkgelegenheiten im Zentrum“, so Klitzschmüller. Zugleich räumte er allerdings ein, dass die Sache mit dem Parkhaus „nicht von heute auf morgen zu realisieren sein wird“. Was auch eine Anfrage bei der Stadt bestätigt. Laut Sprecherin Katharina Vokoun gibt des derzeit keine konkrete Bauanfrage eines Investors für die Errichtung eines Parkhauses in der Weißenfelser Innenstadt. Allein aus Platzgründen sei zweifelhaft, ob sich eine solche Investition dort überhaupt realisieren lassen würde, heißt es aus dem Rathaus.

Dabei kommt der Vorstoß der Linken nicht ohne Hintergrund. Wird doch gerade über eine Aufwertung des Klingenplatzes unterhalb des Schlosses diskutiert. Nachdem der Stadtrat im März eine Entscheidung über die Gestaltungsvorschläge eines Weimarer Büros vertagt hatte, beschäftigte sich jetzt der Umweltausschuss damit. Ein Ergebnis: Das Areal soll als Aufenthaltsort für Fußgänger umgestaltet werden - allerdings nur bis zur Grundstücksgrenze des jetzigen Parkplatzes unterhalb des Schlosshangs.

Parkhaus immer mal wieder Thema

Damit versucht die Stadt offensichtlich eine Aufwertung der Fläche hinzubekommen - ohne dass eine künftige Bebauung behindert wird. „Der Platz hat nur eine Zukunft, wenn er entsprechend hergerichtet ist und nicht nur dem Abstellen von Autos dient“, sagte Andreas Bischoff, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadt. Ein Zukunftsszenario ist für die Linken nun offensichtlich ein Parkhaus. Die Errichtung eines solchen war in den vergangenen Jahren immer mal wieder Thema in der Stadt. Wobei verschiedene Standorte im Gespräch waren.

Erst 2016 wurden Pläne für ein Parkhaus am Niemöllerplatz endgültig verworfen. Heute entsteht dort ein Klimaparkplatz. Im Gespräch war auch schon ein Parkhaus am jetzigen Standort des Einkaufsmarktes an der Promenade. Allerdings soll der Markt erst geschlossen werden, wenn eine Alternative für einen innerstädtischen Lebensmittelhändler an anderer Stelle gefunden wurde. Die Stadt ist derzeit im Gespräch mit einem potentiellen Supermarktbetreiber auf dem Gelände der abrissreifen Gebäude in der Jüdenstraße 3 bis 5.

Auf dem Weißenfelser Georgenberg steht bereits ein Parkhaus mit 208 Stellplätzen. Davon sind 163 Plätze allerdings Dauerparkern vorbehalten. 40 Plätze sind für Kurzzeitparker. Umstritten ist die Lage auf dem Berg, weil damit Besucher der Innenstadt von einer Nutzung des Parkhauses abgehalten werden könnten. (mz)