Der Neue im Heinrich-Schütz-Haus

Der Neue im Heinrich-Schütz-Haus Weißenfels: Auf der Spur alter Noten

Weißenfels - Maik Richter arbeitet jetzt in der Musikergedenkstätte. Was den Hallenser mit Weißenfels verbindet.

Von Andreas Richter 21.04.2018, 10:00

Die Liebeserklärung muss er loswerden. „Viele sind sich dieses Juwels gar nicht bewusst: Weißenfels hat eine der schönsten Altstädte in Sachsen-Anhalt“, sagt Maik Richter. Umso mehr freut sich der promovierte Musikwissenschaftler, dass er jetzt mitten in dieser Altstadt angekommen ist. Seit 1. April ist der 35-Jährige wissenschaftlicher Mitarbeiter im Heinrich-Schütz-Haus in der Nikolaistraße.

Was einigermaßen akademisch klingt, ist ein echte Herausforderung. Richter ist praktisch Nachfolger der langjährigen Leiterin der Musikergedenkstätte Henrike Rucker, die Weißenfels im Oktober vergangenen Jahres in Richtung Leipziger Bach-Haus verlassen hatte. „Ich bin richtig glücklich, dass ich die Stelle bekommen habe“, sagt der Hallenser, der zuvor freiberuflich und zwischen 2011 und 2015 an den Franckeschen Stiftungen in Halle gearbeitet hat. Nachdem die administrative Leitung des Heinrich-Schütz-Hauses von Aiko Wulff, dem Chef des Weißenfelser Museums, mit übernommen wurde, soll sich Richter nun voll auf die inhaltliche Profilierung der Gedenkstätte konzentrieren.

Heinrich-Schütz-Haus in Weißenfels soll mehr Besucher anlocken

Und da gibt es reichlich zu tun. Denn in den nächsten Jahren sollen mehr Besucher in das einzige erhaltene Wohnhaus des Barockkomponisten gelockt werden. Noch hat Richter freilich keine fertigen Antworten, wie das gelingen kann. Ein frisch auf dem Tisch liegendes Kommunikationskonzept birgt Ansätze. Die Vision von einem Treffpunkt für deutsche und internationale Chöre zum Beispiel. „Da steckt viel Potenzial drin“, denkt Richter.

Wichtig sei allerdings, dass dafür in Weißenfels die entsprechende Infrastruktur entsteht. Womit er auch auf die Idee von einer Chorherberge im benachbarten Kloster am Rosalskyweg anspielt. „Die Leute sollen gern immer wieder kommen“, so ein Anspruch des neuen Mannes im Schütz-Haus. Abwechslungsreiche Veranstaltungsreihen sollen dazu ihren Beitrag leisten.

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Musikvereins „Heinrich Schütz“: Festkonzert in der Marienkirche

Eine gute Gelegenheit, die Schütz-Gedenkstätte ins öffentliche Blickfeld zu rücken, kommt schon bald. Am 26. Mai findet anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Musikvereins „Heinrich Schütz“ ein Festkonzert in der Marienkirche statt. Aufgeführt werden Kompositionen aus dem Weißenfelser Musikschatz, einer Sammlung von Kirchenmusik verschiedener Komponisten aus dem 18. Jahrhundert.

An der neuzeitlichen Aufbereitung dieser Sammlung hat Maik Richter einen großen Anteil. „Schon seit 2008 bin ich mit Weißenfels verbunden“, sagt der Hallenser. Bereits drei Mal wurden in den vergangenen zehn Jahren Konzerte auf Grundlage der wiederentdeckten Notensammlung aufgeführt. Nun hat Maik Richter Kantaten von Carl Hartwig, einem Schüler von Johann Sebastian Bach (1685-1750), mit einer speziellen Software am PC für eine Wiederaufführung in der Neuzeit aufgearbeitet. (mz)