Debatte um Standortnutzung

Debatte um Standortnutzung: Gewerbe hat Interesse an Brachfläche der Bäckerei Lieken

Weissenfels - Der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) hat sich auf MZ-Anfrage für einen Abriss der Industrieanlagen und eine Wohnbebauung auf dem Gelände der ehemaligen Großbäckerei Lieken im Ortsteil Burgwerben ausgesprochen. Der Verwaltungschef stellt sich damit gegen einen Antrag der Fraktion CDU/FDP/Bürger für Gerechtigkeit, der vorsieht, den rechtskräftigen Bebauungsplan für das Gelände zu ändern und damit die Voraussetzungen für eine weitere gewerbliche Nutzung des Areals zu ...

Von Andreas Richter 08.10.2019, 15:04

Der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) hat sich auf MZ-Anfrage für einen Abriss der Industrieanlagen und eine Wohnbebauung auf dem Gelände der ehemaligen Großbäckerei Lieken im Ortsteil Burgwerben ausgesprochen. Der Verwaltungschef stellt sich damit gegen einen Antrag der Fraktion CDU/FDP/Bürger für Gerechtigkeit, der vorsieht, den rechtskräftigen Bebauungsplan für das Gelände zu ändern und damit die Voraussetzungen für eine weitere gewerbliche Nutzung des Areals zu schaffen.

Risch erinnerte daran, dass nach der Schließung der Weißenfelser Großbäckerei im Frühjahr 2018 in Wittenberg ein neues Werk entstanden ist - mit elf Millionen Euro gefördert von der CDU-geführten Landesregierung Sachsen-Anhalt. Auf der jüngsten Sitzung des Burgwerbener Ortschaftsrates hatten sich Anwohner vehement gegen eine weitere gewerbliche Nutzung des Standortes ausgesprochen. Unterstützung haben die Burgwerbener jetzt von der Stadtratsfraktion Wir Weißenfelser/Bürger für Weißenfels/Landgemeinden erhalten.

In Leipzig ansässiges Gewerbe hat Interesse Brachfläche

Nach Ansicht der Fraktion sollten „alle Möglichkeiten ausgenutzt werden, die den Eigentümer der Fläche zwingen, den Rückbau der Großbäckerei in Angriff zu nehmen“. Die Fraktion werde keinen Beschluss unterstützen, der sich gegen die Interessen der Burgwerbener richtet, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Pressemitteilung. Es gebe in der Stadt und den Ortsteilen ausreichend Flächen, in denen bereits Bebauungspläne für eine gewerbliche Nutzung existieren, so die Fraktion.

Indes hat die Colliers International Deutschland GmbH, das mit der Vermarktung des Burgwerbener Standortes beauftragte Unternehmen mit Sitz in Leipzig, gegenüber der MZ bestätigt, dass es in der Vergangenheit Kaufinteressenten aus dem gewerblichen Bereich für das Gelände gab und immer noch gibt. Bei der weiteren Bearbeitung werde man darauf achten, dass potenzielle Käufer in das Umfeld passen und keine übermäßigen Störungen für die anliegenden Bewohner ausgehen, heißt es in einer Mitteilung. (mz)