Das Kloster im Kloster

Das Kloster im Kloster: Neues Modell des ältesten Gebäudes von Weißenfels

Weißenfels - Der Weißenfelser Maximilian Schmidt hat ein Modell des ältesten Gebäudes seiner Heimatstadt gebaut. Das kommt genau zur rechten Zeit.

Von Andreas Richter 10.11.2018, 14:00

Manchmal gibt es seltsame Zufälle. Da schreibt der Weißenfelser Architektur-Student Maximilian Schmidt im Sommer seine Bachelor-Arbeit. Sein Thema: Die Revitalisierung eines Stadtzentrums. „Ich wollte ein Thema, das mit meiner Heimatstadt zu tun hat“, erzählt der gebürtige Weißenfelser. Und da war der Weg nicht mehr weit bis zum St. Claren-Kloster.

Ein Modell des ältesten Gebäudes der Stadt und der umliegenden Häuser sollte Teil seiner Arbeit werden. Was der 24-Jährige anfangs noch nicht ahnen konnte: Zeitlich nahezu parallel nimmt nach jahrelangen Diskussionen um eine nachhaltige Nutzung des ehrwürdigen Baus eine Idee erste konkrete Gestalt an. Unter Einbeziehung des benachbarten Goethegymnasiums, das Maximilian Schmidt vor Jahren auch besuchte, könnte mit Unterstützung des Landkreises ein Bildungscampus entstehen. „Ich konnte es erst gar nicht fassen, dass ausgerechnet während meiner Bachelor-Arbeit das Kloster so in den öffentlichen Blickpunkt rückt. Das hat mich noch einmal beflügelt“, sagt der junge Mann.

Was braucht die Stadt Weißenfels?

Was braucht die Stadt? Als Maximilian Schmidt darüber nachdachte, war er bald beim Thema Jugend. Bei einer speziellen Bildungseinrichtung mit jungen Leuten, die die Stadt bevölkern könnten. In die erste und zweite Etage könnten jüngere Gymnasiasten einziehen - als Ersatz für das jetzige Haus II auf der anderen Seite der Friedrichstraße.

Unterm Dach, so seine Vision, könnte so etwas wie ein Sport-Internat entstehen. Immerhin ist Weißenfels mit dem Mitteldeutschen Basketball Club, dem Unihockeyclub Sparkasse und anderen Vereinen eine anerkannte Sportstadt. „Grundlegendes Ziel ist, das Gebäude neu zu beleben und in den historischen Stadtkern zu integrieren“, sagt Schmidt. Ganz im Sinne dessen, was da gegenwärtig auf kommunalpolitischer Ebene vorbereitet wird.

Modell zum Kloster Weißenfels im Maßstab 1:200

Da trifft es sich gut, dass das im Maßstab 1:200 gefertigte Modell nun nicht etwa in irgendeinem Schrank verschwunden ist. Die in Holzpappe gefertigte Arbeit erinnert vielmehr im Kloster selbst an die Visionen eines Architekturstudenten. „Das Modell passt genau in die Zeit“, sagt Olaf Brückner, Vorsitzender des Bürgervereins Kloster St. Claren und freut sich darüber, dass es im siebenten Jahr des Vereins endlich erste Anzeichen dafür gibt, dass eine Vision wahr werden könnte.

Visionär ist auch das Modell, an dem Maximilian Schmidt zehn Tage gearbeitet hat. Ein Anbau zum Beispiel, der den vierseitigen Komplex schließt und an die ehemalige Kapelle des über 700 Jahre alten Klosters erinnert. (mz)