„Das ist ein Wolfsriss gewesen“

„Das ist ein Wolfsriss gewesen“: Stadtjäger entdeckt vom Wolf gerissenes Reh in Weißenfels

Weissenfels - Raubtier hat vermutlich ein Reh in Weißenfels gerissen.

Von Alexander Kempf

Eigentlich ist der Weißenfelser Stadtjäger Armin Deubel am vergangenen Donnerstag in die Alfred-Junge-Straße gefahren, um dort ein verletztes Reh mit einem Schuss von dessen Schmerzen zu erlösen. Ein Bürger hatte ihn auf das am Hinterlauf verletzte Tier aufmerksam gemacht. Armin Deubel wiederum informierte die Polizei über sein Vorhaben und machte sich auf die Suche nach dem Tier. Zunächst vergeblich. Doch eine Spur führt ihn schließlich zu einem Kadaver.

Stadtjäger informiert Jagdbehörde 

Das Muskelfleisch des Tieres war da schon weggefressen. Für den Stadtjäger steht fest, wer das Reh gefressen hat. „Das ist ein Wolfsriss gewesen“, sagt Armin Deubel. Welches andere Tier wäre sonst in der Lage, ein Reh in nur zwei Stunden aufzufressen, argumentiert er. Über seinen Fund hat der Weißenfelser Stadtjäger mittlerweile die Jagdbehörde und das Wolfskompetenzzentrum in Iden informiert. Von letzterem ist er gebeten worden, den Fall zu dokumentieren.

Wäre ein Nutztier gerissen worden, dann hätten Experten den Fall vor Ort begutachtet, erklärt der Leiter des Wolfskompetenzzentrums Andreas Berbig. Vornehmlich um die Ansprüche auf Schadensersatz zu klären. Bei Wildtieren hingegen sei der Aufwand viel zu groß. „Wir können es gar nicht leisten, dann jedes Mal rauszufahren“, sagt er. Nur in Ausnahmefällen, etwa wenn ein Kadaver mitten in einer Stadt gefunden wird, machen sich die Experten auf den Weg.

Gerissenes Reh in Weißenfels: Noch kein Beweis für Wolf

Der Weißenfelser Stadtjäger zählt zu jenen, für die vom Wolf eine Gefahr ausgeht. „Wir sprechen hier von einem Raubtier mit 50 Kilo Kampfgewicht“, sagt er. Würde sich ein Kind der Wolfsbeute nähern, könnte der das Kind durchaus anfallen, warnt er. Seiner Meinung nach ziehen Wölfe längst durch den Burgenlandkreis. Gerade jetzt, da ihnen der hoch stehende Raps vielerorts Deckung gibt. „Sie nutzen die Gebiete, wo nicht viel Betrieb ist“, so der Stadtjäger.

Auch Andreas Berbig vom Wolfskompetenzzentrum will nicht ausschließen, dass im Landkreis Wölfe unterwegs sind. Einzelne Risse würden das sogar nahelegen. In Weißenfels spreche nun vieles für einen Wolfsriss. Ein Rehkadaver allein sei aber kein Beweis dafür. „Das zu fressen, das schaffen auch andere Tiere in ein paar Tagen“, sagt er. (mz)