Busfahrt nach Anruf

Busfahrt nach Anruf: Wie das Angebot angenommen wird

Weißenfels - Das kreiseigene Unternehmen bietet nach Bedarf Fahrten in verkehrsschwachen Zeiten an. Wie das Angebot angenommen wird.

Von Andreas Richter 02.08.2017, 05:00

Das Rufbus-System hat sich im Burgenlandkreis als Angebot in verkehrsschwachen Zeiten bewährt. Diese Einschätzung hat Lutz Däumler, Geschäftsführer der Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis (PVG), im Gespräch mit der MZ getroffen. In den vergangenen drei Jahren sei die Zahl der Bestellungen von Rufbussen leicht angestiegen. Waren es im Jahr 2014 noch 6.095 Bestellungen, so seien es ein Jahr später 6.500 und 2016 sogar 7.700 Bestellungen gewesen.

Die Rufbusse sind bei der PVG fest in den Fahrplan integriert - und das vorrangig in verkehrsschwachen Zeiten wie abends oder an den Wochenenden. Fahrten auf einer bestimmten Linie, die im Fahrplan grau unterlegt sind, werden nur durchgeführt, wenn sie von einem oder mehreren Fahrgästen bis mindestens eine Stunde vor Fahrtbeginn angemeldet werden. Die Inanspruchnahme sei dabei von Strecke zu Strecke sehr unterschiedlich. Däumler räumte ein: „Es gibt im Plan auch Rufbus-Fahrten, die noch nie gerufen wurden.“

Rufbus im Burgenlandkreis: Angebot zum normalen Nahverkehrstarif

Wer das Angebot nutzt, kann das zum normalen Nahverkehrstarif tun. „Im Gegensatz zu anderen Unternehmen verlangen wir keinen Komfortzuschlag“, sagte Däumler. Man sei der Auffassung, dass der Fahrgast mit dem Anruf beim Verkehrsunternehmen bereits einen bestimmten zusätzlichen Aufwand habe.

Däumler wollte aber auch die Nachteile eines Rufbusses nicht verschweigen. In den kleineren Fahrzeugen kann eine Mitnahme von Fahrrädern, Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern nicht garantiert werden. „Wir versuchen jeweils Lösungen zu finden, doch es ist eben nicht selbstverständlich“, so der PVG-Chef.

Verträge mit örtlichen Subunternehmern abgeschlossen

Um das Rufbus-Angebot aufrecht erhalten zu können, hat die PVG Verträge mit örtlichen Subunternehmern abgeschlossen. Wie der gesamte Personennahverkehr seien auch die Rufbusse nicht kostendeckend, betonte Däumler. „Wir verstehen das Ganze als Angebot zur Daseinsvorsorge“, sagte er.

Die kreiseigene Verkehrsgesellschaft erhält jedes Jahr einen Zuschuss in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro vom Burgenlandkreis. Jährlich legen die Fahrzeuge des Unternehmens insgesamt rund 6,2 Millionen Kilometer zurück. Im Vergleich dazu ist die Gesamtstrecke, die jedes Jahr von Rufbussen zurückgelegt wird, relativ gering: In den vergangenen drei Jahren waren das jeweils rund 120.000 Kilometer

Rufbus soll Platz im Nahverkehrssystem des Burgenlandkreises behalten

Dennoch soll der Rufbus auch künftig seinen Platz im Nahverkehrssystem des Landkreises behalten, das Angebot möglicherweise sogar noch ausgebaut werden. „Der Landkreis denkt über ein neues ÖPNV-Konzept nach. Dort sollen die Linien stärker noch als bisher vertaktet werden“, blickt der PVG-Chef voraus.

Der Rufbus kann entsprechend dem Fahrplan bis mindestens eine Stunde vor Fahrtbeginn bestellt werden unter Telefon 0391/5363180. (mz)