Weitere Sperrung droht

Bundesstraße 91: Baupfusch auf Saalebrücke in Weißenfels

Weißenfels - Die Sanierung der Saalebrücke in Weißenfels kommt nicht aus den Schlagzeilen. Dass die Fahrbahn von Burgwerben aus in Richtung Zeitz beim Befahren noch immer rumpelt, wurde jetzt sogar Thema in der jüngsten ...

Von Klaus-Dieter Kunick 04.11.2016, 07:00

Die Sanierung der Saalebrücke in Weißenfels kommt nicht aus den Schlagzeilen. Dass die Fahrbahn von Burgwerben aus in Richtung Zeitz beim Befahren noch immer rumpelt, wurde jetzt sogar Thema in der jüngsten Landtagssitzung.

Die SPD-Fraktion wollte wissen, wie die Landesregierung den Zustand beurteilt und für den Fall, dass dieser nicht ordnungsgemäß ist, welche Maßnahmen zur Herstellung vorgesehen sind. „Ich habe mir die Brücke jetzt selbst mehrmals zugemutet. Man muss schon sehr unempfindlich sein, um das als ordnungsgemäßen Fahrbahnzustand einzuordnen“, erklärte der Weißenfelser SPD-Landespolitiker Rüdiger Erben.

Auf der freigegebenen Fahrbahn sind trotz der Geschwindigkeitsbegrenzung deutlich und dutzendhaft Stöße im Fahrzeug zu bemerken, die auf Unebenheiten auf der Fahrbahn zurückzuführen sind. Es sei ihm absolut unklar, wie die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt sagen könne, dass die Fahrbahn in einem ordnungsgemäßen Zustand sei. Das zumindest teilte Petra Witte, Regionalbereichsleiterin der Landesstraßenbaubehörde, der MZ mit.

Allerdings bekam Petra Witte nun Rückendeckung von Verkehrsminister Thomas Webel (CDU). Er wies darauf hin, dass nochmals eine Ebenheitsmessung stattgefunden habe, bei der „keine gravierenden Unebenheiten“ festgestellt worden seien. Der Minister räumte jedoch ein, dass die Toleranz beim Asphalt überschritten sei. Die leichten Wellen in den Randbereichen würden die Ursache für die durch die Verkehrsteilnehmer empfundenen Unebenheiten darstellen. Doch schon in der nächsten Aussage von Webel, die der MZ vorliegt, spricht er davon, dass die „Komforteinbußen“ in den Randstreifen auftreten. Nach Beendigung der Baumaßnahme liegen diese Bereiche außerhalb der von den Verkehrsteilnehmern genutzten Fahrbahn. Die Verwirrung ist vollends komplett.

Und der Minister geht gleich einen Schritt weiter: Falls die Toleranzabweichungen nach der Verkehrsfreigabe weiter bestehen sollten, behalte sich die Landesstraßenbaubehörde eine Mängelbeseitigung vor. Webel sprach von Planfräsen oder vom Austausch der unebenen Gussasphaltdecke. Aber im Moment „sind keine Nacharbeiten vorgesehen“, sagte er. Die festgestellten Mängel seien nicht so gravierend, dass sofortiger Handlungsbedarf bestehe.

Für Rüdiger Erben sind diese Aussagen des Ministers nicht zufriedenstellend, sie würden „zum Teil gar nicht stimmen“. Es falle ihm schwer, daran zu glauben, dass der Minister tatsächliche Kenntnis von der Situation vor Ort habe. Denn wie könne der Verkehrsminister von Randbereichen sprechen? Um die gehe es doch gar nicht. Es gehe direkt um die Fahrbahnen, die die Kraftfahrer jetzt schon nutzen.

Und selbst wenn die Randbereiche von den Unebenheiten betroffen sein sollten, selbst dann müsste man doch die Firmen zu sofortigen kostenlosen Nachbesserungen auffordern. Rüdiger Erben weiter: „Die Straße ist keinesfalls mängelfrei.“ Er erwarte aber, dass bei der Ausgabe von Steuermitteln eine ordentliche Bauleistung zu erfolgen hat. (mz)