Brandschutz in Weißenfels

Brandschutz in Weißenfels: Feuerwehr stellt schlimmstes Szenario nach

Weißenfels - Die Feuerwehr aus Weißenfels rückt ans Hochhaus in der Merseburger Straße aus. Greift das umgesetzte Konzept?

Von Andrea Hamann-Richter 22.11.2018, 07:00

Feueralarm am Hochhaus in Weißenfels. Am frühen Dienstagabend rückten 30 Weißenfelser Brandbekämpfer zum 23 Meter hohen Gebäude an die Merseburger Straße aus. Was kaum jemand bis dahin wusste: Es handelte sich um eine eineinhalb stündige Übung.

Bei dieser wurde geprüft, ob alle Modernisierungen an dem Hochhaus richtig umgesetzt wurden. Es waren unter anderem hinter dem Haus Bäume entfernt und eine Stellfläche für die Drehleiter geschaffen worden. Die gab es bis dahin nicht. „Wir hatten also bis dahin keine Möglichkeit, mit der Drehleiter zu arbeiten“, so Feuerwehrpressesprecher Benjamin Köhn.

Das wurde in Sachen Brandschutz am Hochhaus getan

Außerdem war die Eingangstür mit einem speziellen Schließsystem ausgestattet worden. Die Feuerwehr bekommt einen Schlüssel und hat so umgehend Zugang zum Treppenhaus. Es wurden auch spezielle Steigleitungen installiert. Das heißt, die Brandbekämpfer können die Schläuche jetzt auf jeder einzelnen Etage an eine Löschwasserversorgung anschließen.

Vorher mussten sie mit den Schläuchen von unten bis in die neunte Etage laufen. Das barg auch die Gefahr für die Bewohner, zu stolpern, weil das Treppenhaus auch Flucht- und Rettungsweg ist, so Köhn.

Jede Etage hat außerdem Brandschutztüren bekommen, die sich bei Rauchentwicklung von selbst schließen. Das hat auch den Effekt, dass im Ernstfall nicht mehr das ganze Hochhaus geflutet würde und dass der Rauch nicht mehr in alle Etagen steige, so Köhn. Die Bewohner können sie aber einfach aufklinken, wenn sie flüchten müssen.

Bei Brand in Hochhaus in Bad Dürrenberg waren drei Menschen ums Leben gekommen

Im vergangenen Jahr waren in einem Hochhaus in Bad Dürrenberg bei einem Brand drei Menschen getötet worden.

Unabhängig davon hatte die Weißenfelser Wehr Wochen vorher eine Übung am Haus an der Merseburger Straße vorgenommen und genau das Szenario nachempfunden, welches in Bad Dürrenberg bittere Realität wurde. Dabei kam heraus, dass am Haus Optimierungsbedarf besteht.

Feuerwehrmitglied und Brandschutzbeauftragter Steve Homberg hatte den Vermieter beraten und dieser setzte dessen Konzepte um. Benjamin Köhn kündigte an, dass es trotzdem noch weitere Übungen dort geben werde. Es handele sich um ein spezielles Haus, bei dem die Vorgehensweise der Feuerwehr mehrfach geübt werden müsse. (mz)