Brand in der Otto-Schlag-Straße

Brand in der Otto-Schlag-Straße: Feuerwehr-Großeinsatz in Weißenfels

Weißenfels - Erdgeschosswohnung in einem Mehrfamilienhaus in Weißenfels brennt vollkommen aus. Rund 60 Bewohner müssen Gebäude vorübergehend verlassen.

Von Birger Zentner 13.11.2016, 22:00

Schon wieder ein Brand in einem Wohnhaus in Weißenfels. Erst am Montag hatte es in der Beuditzstraße ein großes Feuer gegeben. Nur war das Gebäude dieses Mal nahezu komplett bewohnt.

Etwa 60 Menschen mussten in der Nacht zum Sonnabend aus dem Haus geholt werden, weil im Erdgeschoss eine Wohnung lichterloh in Flammen stand. Schon von außen ist in dem Gebäude Otto-Schlag-Straße 34 in Weißenfels zu sehen, dass das Feuer heftig war.

Die Fassade ist verrußt. Das Fenster der Wohnung ist notdürftig mit Pappe und Kunststoff verschlossen worden. Im Innern des Hauses ist der Brandgeruch auch am Sonntag noch bis in die oberen Etagen zu riechen. „Das war auch alles total verqualmt“, berichtet ein Hausbewohner.

In der Nacht zum Sonnabend eine Stunde vor Mitternacht, wurde er wie viele andere Hausbewohner aus dem Bett geklingelt. „Ich hatte schon geschlafen“, sagt der Mann.

Total schockiert, nur mit dem Nötigstens versehen, ging es auf die Straße. Etwa 60 Bewohner des Gebäudes, in dem sich zahlreiche Einraumwohnungen befinden, erging es ähnlich. Zum Glück gab es für die kalte Nacht - die Temperatur lag um den Gefrierpunkt - ein Notquartier in der Nähe, das benachbarte Pflegeheim.

Dort kamen die Bewohner für die nächsten Stunden erst einmal im Warmen unter, ehe die meisten von ihnen noch in der Nacht in ihre Wohnungen zurückkonnten. Lediglich die Mieter aus dem linken Flügel des Erdgeschosses mussten in der Nacht und am Sonnabend erst einmal anderweitig untergebracht werden.

Elf Verletzte wegen Rauchgasvergiftung

Elf Personen sind wegen des Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung behandelt worden. Bei fünf von ihnen reichte die ambulante Behandlung vor Ort. Sechs wurden vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht, vier von ihnen konnten nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus verlassen.

Lediglich zwei Menschen wurden zur Beobachtung für einen Tag stationär im Klinikum aufgenommen. Schwere Verletzungen gab es laut Polizei nicht.

Alter Fernseher könnte Brandursache in Weißenfels sein

Nach den ersten Ermittlungen zur Brandursache, könnte ein älterer Röhrenfernseher der Ausgangspunkt für das Feuer in der am Ende des Hausflurs liegenden Erdgeschosswohnung gewesen sein. Was aber genau passiert ist, ob es zum Beispiel einen Kurzschluss gab, ist bislang nicht geklärt.

„Da die Wohnung ausgebrannt ist, wird sich das wahrscheinlich auch nicht mehr so genau ermitteln lassen“, sagte Ralf Karlstedt, Pressesprecher der Polizeidirektion in Halle. In der Wohnung selbst hielt sich zum Glück niemand auf.

Der Mieter hatte jemanden zur Betreuung der Räume eingesetzt. Als der nach Hause kam, so die Schilderung von Ortswehrleiter Steve Homberg, bemerkte beim Aufschließen die Flammen.

„Leider hat er dann in Panik die Tür aufgelassen, was letztlich andere Menschen in Bedrängnis brachte“. Homberg rät: In solchen Fällen soweit möglich Fenster und Türen schließen. Einige benachbarte Wohnungen wurden aufgebrochen, um sicher zu seien, dass sich darin niemand mehr aufhält.

Michael Thomé

Pechschwarz ist der Flur im linken Erdgeschossflügel des Wohnhauses in der Otto-Schlag-Straße in Weißenfels. In diesem Bereich sind vorerst alle Wohnungen gesperrt. Wann sie wieder genutzt werden können, ist derzeit unklar. Der Bereich wurde nicht nur von Flammen und Ruß in Mitleidenschaft gezogen, sondern beim Löschen durch die Feuerwehr auch vom Wasser.

Michael Thomé

Pechschwarz ist der Flur im linken Erdgeschossflügel des Wohnhauses in der Otto-Schlag-Straße in Weißenfels. In diesem Bereich sind vorerst alle Wohnungen gesperrt. Wann sie wieder genutzt werden können, ist derzeit unklar. Der Bereich wurde nicht nur von Flammen und Ruß in Mitleidenschaft gezogen, sondern beim Löschen durch die Feuerwehr auch vom Wasser.

Feuerwehr in Weißenfels fordert Verstärkung an

Nach Schilderungen der Weißenfelser Feuerwehr stand die Wohnung beim Eintreffen der Brandschützer bereits komplett in Brand. Flammen schlugen aus dem Fenster. Die Lage sei anfangs vollkommen unübersichtlich gewesen, schildert Sebastian Busch von der Weißenfelser Wehr die Situation.

Aus diesem Grund forderte der Einsatzleiter die Unterstützung weiterer Feuerwehren und von zusätzlichen Einsatzkräften des Rettungsdienstes an.

Schließlich waren die Wehren aus Weißenfels, Borau, Leißling und Burgwerben im Einsatz. So dass rund ein Dutzend Fahrzeuge der Feuerwehren und noch mal ebenso viele vom Rettungsdienst vor Ort waren.

Bereits am Montagmorgen hatte es in Weißenfels einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdiensten gegeben, als ein Haus in der Beuditzstraße in Flammen stand.

Zwar war dieses Haus unbewohnt, es bestand aber die Gefahr, dass das Feuer auf Nachbargebäude übergreift. Das konnte die Feuerwehr verhindern. Die aus den Nachbarhäusern vorsorglich herausgeklingelten Menschen kamen vorübergehend in den Räumen eines Darts-Clubs unter, ehe sie wieder zurück in ihre Wohnungen konnten.

In dem Fall ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Das betroffene Gebäude ist einsturzgefährdet und wird nun abgerissen. (mz)