Bis Ende 2021 alle 120 Bushaltestellen barrierefrei

Bis Ende 2021 alle 120 Bushaltestellen barrierefrei: Wie kommt Weißenfels voran?

Weißenfels - Bis Ende des Jahres 2021 müssen alle 120 Haltestellen in Weißenfels barrierefrei sein. Wie der Ausbau in diesem Jahr fortgesetzt werden soll.

Von Andreas Richter 16.04.2019, 06:35

In den nächsten Wochen wird in Weißenfels der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen fortgesetzt. Insgesamt kommen in diesem Jahr elf Haltestellen mit höchster Priorität dran. Diese befinden sich im gesamten Stadtgebiet, so etwa in der Leopold-Kell-Straße, an der Schwimmhalle im Stadtteil West oder am ehemaligen Elektrizitätswerk in der Schlachthofstraße.

„Die Aufträge sind raus, die Fördermittel sind da“, sagte Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos). Die Stadt erhält für die Ertüchtigung jeder der elf Haltestellen eine Pauschale vom Bund in Höhe von 8.000 Euro. Den jeweiligen Rest muss die Kommune aus dem eigenen Haushalt aufbringen. Dieser Eigenanteil ist allerdings unterschiedlich hoch, weil der Aufwand für die Herstellung der Barrierefreiheit der einzelnen Haltepunkte unterschiedlich groß ist. Zu den Anforderungen gehören unter anderem ein Leitsystem für Sehgeschädigte, eine rutschfeste Oberfläche und abgesenkte Bordsteine.

Hintergrund des Ausbauprogramms ist das Personenbeförderungsgesetz des Landes

Hintergrund des umfangreichen Ausbauprogramms ist das Personenbeförderungsgesetz des Landes. Dieses schreibt den Kommunen vor, dass sie bis Ende 2021 alle Bushaltestellen auf ihrem Gebiet barrierefrei ausgebaut haben müssen. Im Dezember 2018 hatte das Land ein Förderprogramm beschlossen.

Eine Herkulesaufgabe ist der Ausbau auch für die Stadt Weißenfels. Immerhin gibt es in der Kernstadt und ihren Ortsteilen alles in allem knapp 120 Bushaltestellen. Die Gesamtkosten für den Ausbau wurden Ende vergangenen Jahres auf rund 1,3 Millionen Euro geschätzt. Dabei hat die Kommune die Haltepunkte in vier Prioritäten eingestuft. An erster Stelle stehen Haltestellen an medizinischen, Bildungs- und sozialen Einrichtungen. Fördergeld erhält die Kommune nur für den Ausbau von Haltestellen der höchsten Priorität.

Weißenfels hat im aktuellen Haushalt 220.000 Euro für Haltestellenprogramm eingeplant

Wie Stadtsprecherin Katharina Vokoun informierte, hat Weißenfels im aktuellen Haushalt 220.000 Euro für das Haltestellenprogramm eingeplant. Rund zwei Drittel davon seien als Eigenanteil für die Finanzierung der geförderten Haltepunkte vorgesehen. Das restliche Drittel soll für Haltestellen niedrigerer Priorität ohne Förderung verwendet werden. So laufen derzeit Bauarbeiten am Haltepunkt in der Zeitzer Straße gegenüber der Pestalozzistraße.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stadt Weißenfels Geld für die Barrierefreiheit von Bushaltestellen in die Hand genommen. Beispiel sind Stationen im Lassalleweg sowie in der Markwerbener und der Zeitzer Straße. Rund 240.000 Euro hatte die Kommune im Jahr 2018 dafür eingeplant. „Im Gegensatz zu anderen Kommunen haben wir auf diesem Feld schon einiges getan“, sagte Stadtsprecherin Katharina Vokoun. (mz)