Amtsgericht

Betrugsprozess in Weißenfels: Mann kassiert trotz Arbeit 3.000 Euro Sozialhilfe

Für den 36 Jahre alten Ungar ist es schon das zweite Vergehen dieser Art gewesen.

Von Tobias Schlegel Aktualisiert: 10.05.2022, 15:39 • 10.05.2022, 12:30
Verhandlungssaal 18 im Amtsgericht Weißenfels
Verhandlungssaal 18 im Amtsgericht Weißenfels Foto: René Weimer

Weissenfels/MZ - Für den Angeklagten aus Weißenfels ist es bereits das zweite Vergehen dieser Art - seine Lehren scheint der 36 Jahre alte Ungar aus 2018 also nicht gezogen zu haben. Damals wurde er per Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 200 Euro verdonnert, weil er das Jobcenter des Burgenlandkreises betrogen hatte, indem er weiter Sozialleistungen einstrich, obwohl er wieder einer Arbeit nachging.

Das gleiche Spiel soll der Mann noch mal zwischen März und Juli 2020 abgezogen haben, weswegen er sich an diesem Tag vor dem Amtsgericht in Weißenfels verantworten muss. Laut Staatsanwaltschaft hat der 36-Jährige in diesem Zeitraum Sozialleistungen von knapp 3.000 Euro kassiert, obwohl er wegen seines Jobs gar nicht auf diese mehr angewiesen war. Das verschwieg der Ungar dem Jobcenter aber.

Ich habe das Gefühl, Sie haben überhaupt gar keinen Überblick, was ihre Schulden betrifft.

Richterin

Der Mann zeigt sich vor Gericht geständig, ihm tue der Betrug leid und er wolle alles „bis zum letzten Cent“ an das Jobcenter zurückzahlen, lässt er über seine Dolmetscherin ausrichten. Warum er mit der Rückzahlung noch nicht begonnen hat, will die Richterin daraufhin von ihm wissen. Der Angeklagte erklärt, dass er Schulden habe - bei einem Mobilfunkanbieter. Zudem müsse er auch noch den Strafbefehl von 2018 abbezahlen. Wie viel Schulden der 36-Jährige letztlich hat, weiß er selber nicht. „Ich habe das Gefühl, Sie haben überhaupt gar keinen Überblick, was ihre Schulden betrifft“, sagt die Richterin, die auch wissen will, warum der Mann nun schon zum zweiten Mal dem Jobcenter nicht gemeldet hat, dass er wieder in Arbeit ist.

Der Ungar erklärt, er dachte, dass die Abmeldung der Sozialleistungen automatisch passiert. Als das Geld vom Jobcenter dann bei ihm eintraf, glaubte er, es irgendwann zurückzahlen zu können. Aus dem Strafbefehl von 2018 sei er damals nicht wirklich schlau geworden. Er habe zwar eine Geldstrafe erhalten, wusste aber nicht wofür. Die Richterin belässt es am Ende wieder bei einer Geldstrafe, die jedoch wesentlich höher ausfällt als der Strafbefehl von 2018. 1.000 Euro Strafe muss der Ungar für den Betrug zahlen.