Benefiz-Auktion in Weißenfels

Benefiz-Auktion in Weißenfels: Ein Warhol für Zuhause

Weißenfels - Es ist die erste Auktion dieser Art, die im Refektorium des Klosters St. Claren in Weißenfels stattgefunden hat. Am Sonntag sind rund 50 Grafiken, Zeichnungen und Ölgemälden unter dem Hammer gekommen.

Von Carmen Busch 31.05.2016, 10:30

Es ist die erste Auktion dieser Art, die im Refektorium des Klosters St. Claren in Weißenfels stattgefunden hat. Am Sonntag sind rund 50 Grafiken, Zeichnungen und Ölgemälden unter dem Hammer gekommen.

Mit viel Charme und Können hat Auktionator Michael Ulbricht aus Machern versucht, die Kunstschätze an den Mann zu bringen. Für Ulbricht selbst gibt es drei Gründe, auf eine Auktion zu gehen. „Zum einen macht es viel Spaß, bei einer Versteigerung dabei zu sein“, erklärt der Sachse. Zum anderen beruft er sich auf Studien, die sagen, dass der erste Blick eines Gastes immer auf die Wände oder auf das Bücherregal falle.

„Da wäre es doch gut, wenn man die Wand mit schöner Kunst ausgestalte und gleichzeitig etwas für einen guten Zweck tut“, sagt Michael Ulbricht und erklärt, dass 15 Prozent des Erlöses an das hiesige Kloster geht. Zudem sei für ihn Kunst immer eine gute Investition.

Hauptsächlich ostdeutsche Maler

Ulbricht veranstaltet seit Jahren an vielen verschiedenen Orten derzeitige Benefizauktionen zum Beispiel im Kloster Memleben. Auf das Kloster St. Claren sei Ulbricht selbst durch eine Besichtigung gekommen. „Er hat noch andere historische Räumlichkeiten in der Region um Weißenfels ins Auge gefasst und sich vom Ambiente her für unser Kloster entschieden“, sagt Olaf Brückner, der Vorsitzende des Vereins. Hauptsächlich Maler aus dem ostdeutschen Raum bietet Ulbricht in seinen Auktionen an. Neben klassischen modernen Werken bietet er vor allem Kunst der Leipziger Schule an.

Neben barbusigen Frauengemälden von Alek Sander haben auch signierte Drucke von Pablo Picasso oder eine farbige Lithographie von Marc Chagall auf der Liste des Auktionators gestanden.

Die bunte Mischung aus Ölgemälden, Zeichnungen und Grafiken hat besonders das Publikum angesprochen. „Auch wenn nicht alle Gäste geboten haben, sind doch zwei Drittel der angebotenen Kunst verkauft worden“, sagt Brückner zufrieden. Den Betrag könne er noch nicht nennen, der für das Kloster zusammengekommen sei. „Zufrieden damit bin ich allemal“, erklärt Brückner. Dass lege auch daran, dass diese Auktion nicht nur ihm, sondern auch den Gästen einen riesen Spaß gemacht habe. Dass kann das Ehepaar Schubert aus Pobles nur bestätigen.

„Eigentlich wollten wir nur gucken“

„Eigentlich wollten wir nur gucken“, verrät Karolin Schubert. Auch ihr Ehemann Thomas habe sich fest vorgenommen, nur Zuschauer zu bleiben. „Aber dann hat uns doch das ein oder andere Stück gefallen“, erklären beide lachend. Denn nun haben die beiden nicht nur einen Druck von Henri Matisse aus dem Jahr 1952 ersteigert, sondern auch zwei Andy-Warhol- Kunstdrucke von Ingrid Bergmann. Darüber hinaus ist nun auch ihr Hund Bodo stolzer Besitzer einer Buntstiftzeichnung einer Schmusekatze.

„Die schenke ich Ihnen für Ihren Hund“, sagt Ulbricht während der Auktion zu dem Ehepaar. Als Bedingung möchte er nur ein Foto des 13 Jahre alten Rauhaardackels mit der Zeichnung haben. „Bodo hasst Katzen - auch auf Bildern“, erzählt Karolin Schubert amüsiert. Sie habe sich nun vorgenommen, mit ihrem Hund zu trainieren. Dass die Schuberts doch etwas ersteigert haben, finden sie letztendlich gar nicht schlimm. „Wir tun damit etwas Gutes für das Kloster und das ist es uns wert“, betont Thomas Schubert.

Wenn es nach Ulbricht ginge, könne er sich weitere Auktionen im Kloster St. Claren vorstellen. Auch die Kombination mit einer Lesung oder einem Konzert finde der Auktionator als Variante der Präsentation gut. Olaf Brückner wird diesen Vorschlag mit dem Vorstand des Vereines besprechen.