Baustelle Schützenstraße

Baustelle Schützenstraße Weißenfels: Lkw und Busse werden ausgebremst

Weissenfels - Anwohner gehen wegen Verkehrsbelastung auf die Barrikaden. Wie die Stadt die Lage nun beruhigen will.

Von Andrea Hamann-Richter 19.05.2017, 16:28

„Ja auch uns Fahrradfahrern steht hier zur Zeit der Angstschweiß auf der Stirn.“ So beginnt eine Leserzuschrift. Der Autor der Mail bezieht sich auf den an 13./14. Mai in der MZ erschienenen Artikel „Rennbahn Schützenstraße“. Dort ging es darum, dass viele Verkehrsteilnehmer diese Strecke als inoffizielle Umleitung nutzen für die im Umbau befindliche Zeitzer Straße. Anwohner beschwerten sich über den Lärm.

Der MZ-Leser beschreibt es in der Mail als schrecklich, dass auch Lkw und Reisebusse den Weg durch die Schützenstraße nehmen. Er selber kann es sich nicht vorstellen, wie sie aus der engen Straße herauskommen. Dieses Problem gab es aber schon vorher, macht er klar.

Nach Meinung des Lesers wäre es hilfreich, die Küchengarten-, Francke-, Fichte-, Schützenstraße zeitweise zu Anliegerstraßen zu erklären. Er hofft, dass Fahrer davor vielleicht etwas mehr Respekt davor haben, als vor einem Tempo-30-Schild.

Diese Leserzuschrift erhielt auch die Stadt Weißenfels - und reagierte. Die Straßenverkehrsbehörde kündigte an, dass es für die Schützenstraße eine Tonnagebegrenzung geben wird - sobald die Vollsperrung der ebenfalls im Bau befindlichen Damaschkestraße aufgehoben ist. Geplant ist das Ganze um den 22. Mai herum. Eine Gewichtsbegrenzung hat zur Folge, dass keine Busse und Lkw mehr durch die Straße fahren dürfen. Damit aber nicht genug. Am vergangenen Wochenende war das Ordnungsamt erneut mit dem Blitzerauto vor Ort und maß Geschwindigkeitsübertretungen. Die Stadt erhofft sich damit, dass sich die Situation in der Schützenstraße und den angrenzenden Straßen verbessert, so Stadt-Pressesprecherin Katharina Vokoun.

Wie Anwohner berichteten, hält sich in der Schützenstraße kaum jemand an die Straßenverkehrsregelung. Als die MZ vor Ort war, wurde deutlich, was gemeint war: Blechlawinen wälzten sich durch die enge Straße. Wenn sich die Gelegenheit ergab, nutzten viele Pkw-Fahrer die Chance, auf das Gaspedal zu treten. Das Tempo-30-Schild blieb im Prinzip unbeachtet.

Der Verfasser des Briefes sah als Grund die vielen Sperrungen wegen der Straßensanierungen in der Innenstadt. Dadurch wurde seiner Vermutung nach ein Teil des Verkehrs durch die Schützenstraße umgeleitet. Der Autor fragte sich, warum dies nicht entlang des Friedhofs möglich ist.

Die Annahme, dass die Stadt für die Zeitzer Straße eine Umleitung durch die Schützenstraße ausgewiesen hat und dass eine Umleitung über den Friedhof sinnvoller wäre, wies Rathaussprecherin Vokoun allerdings zurück. Auch die Verwaltung wolle nicht, dass der Verkehr durch die Schützenstraße rollt, und leitet deshalb schon am Kreisverkehr Schwedenstein über Langendorfer Straße und Käthe-Kollwitz-Straße um. Diese Route und keine andere sei die offizielle Umleitung für die Zeitzer Straße. (mz)