Neuer Mut zur Lücke

Bauruine im Zentrum: Wie es mit dem geplanten Wohn- und Geschäftshaus weitergeht

Weißenfels - Mitten im Weißenfelser Zentrum steht eine Bauruine. Wie es mit dem geplanten Wohn- und Geschäftshaus nun weitergehen soll.

Von Andreas Richter 29.06.2017, 10:33

Neue Hoffnung für die Bauruine mitten im Weißenfelser Zentrum. Wie Martin Neumann, Vorstand der Weißenfelser Wohnungsbaugenossenschaft (WBG), auf MZ-Anfrage informierte, hat eine Baufirma aus Halle im Ergebnis einer öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag für die Fortführung der Arbeiten in den drei geplanten Wohnetagen erhalten.

Rückblick. Zu Beginn dieses Jahres waren die Bauarbeiten am neuen Wohn- und Geschäftshaus in der Ecke Saalstraße/Jüdenstraße zum Stillstand gekommen. Das Gebäude steht seitdem unvollendet mitten im Zentrum. Wie Neumann jetzt sagte, hatte die WBG der Firma, die mit dem Rohbau beauftragt war, gekündigt. Zu den Gründen für diesen Schritt wollte der WBG-Chef mit Verweis auf die rechtliche Auseinandersetzung nichts sagen.

Baufirma aus Halle steht für Fortgang der Arbeiten bereit

Nach dem Rückschlag habe die Genossenschaft große Anstrengungen unternommen, um das Bauvorhaben doch noch zu Ende zu bringen, versicherte Neumann. Nunmehr habe man eine kompetente Baufirma aus Halle gefunden. „Wir stehen für den Fortgang der Arbeiten bereit.“, so Neumann. Im Idealfall könnten die Arbeiten Ende September weitergehen. Zweifel sind dabei allerdings angebracht. Denn die Saalstraße ist derzeit eine große Baustelle. Selbst für Fußgänger ist kaum ein Durchkommen. Da fällt die Vorstellung schwer, dass dort nahezu zeitgleich Hochbauarbeiten laufen können.

„Wir sind mit den am Bau Beteiligten im Gespräch, wie wir Synergien erzeugen und den Weiterbau organisieren können“, sagte Neumann. Räumt aber zugleich ein, dass es noch „technologische Schwierigkeiten“ zu überwinden gelte.

Die Straßenbauarbeiten in der Saalstraße sollten nach der ursprünglichen Planung bis November dieses Jahres abgeschlossen sein. Wie die Stadt jetzt auf MZ-Anfrage mitteilte, wird mittlerweile damit gerechnet, dass sich das Bauende bis Mitte Dezember verschiebt. Gründe dafür seien ein leicht verspäteter Baubeginn und kleinere Probleme bei der Lieferung von Material.

Weißenfels schon seit Jahren mit der Baulücke Ecke Saalstraße/Jüdenstraße beschäftigt

Was die Finanzierung des Bauvorhabens der WBG betrifft, so versicherte Neumann, dass der Bauverzug keine Rückzahlung von Fördermitteln zur Folge hat. Immerhin hatte die WBG als Investor für das mehr als zwei Millionen teure Projekt eine halbe Million Euro Fördermittel erhalten. Und das vor allem deshalb, weil der Aufwand für die Bohrpfahl-Gründung des Gebäudes in der Nähe zur Saale besonders hoch ist.

Die Baulücke an der Ecke Saalstraße/Jüdenstraße beschäftigt die Stadt schon seit Jahren. Im Jahr 2010, kurz vor dem Sachsen-Anhalt-Tag in Weißenfels, war an der Ecke ein einsturzgefährdetes leerstehendes Haus abgerissen worden. Es sollte mehr als fünf Jahre dauern, ehe sich sichtbar ein Lückenschluss anbahnte.

Angefangen hatte alles mit einem Architekturwettbewerb unter dem Motto „Mut zur Lücke“. Im September 2013 waren die drei besten Ideen prämiert worden. Entstehen soll das Eckhaus nun nach dem zweitplatzierten Entwurf der halleschen Architekten Thomas Dietzsch und Andreas Weber.

Im Februar 2016 waren mit dem ersten Spatenstich noch große Hoffnungen auf einen baldigen Lückenschluss im Zentrum verbunden. Mittlerweile hat sich Ernüchterung breit gemacht - und nun neue Hoffnung auf das glückliche Ende eines problembeladenen Bauvorhabens. (mz)