Neue Chance

Bahnhof Weißenfels: Stadt will Bahnhof schon ab 2019 sanieren

Weißenfels - Die Stadt Weißenfels will Fördergelder in die Sanierung des Bahnhofs stecken. Aber was wird aus der kaputten Zufahrtsstraße?

10.03.2017, 06:00

Lichtblick für den eher tristen Weißenfelser Bahnhof: Die Stadt wird voraussichtlich ab 2019 in die Sanierung des Gebäudes investieren - und damit früher als bisher geplant. Dafür allerdings würde sich die Instandsetzung der ramponierten Zufahrtsstraße zum Bahnhof verschieben. Darüber hat Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) auf MZ-Anfrage  informiert.
Der Grund für die Veränderungen: Die Deutsche Bahn will im Jahr 2019 eine 170 Jahre alte Eisenbahnbrücke zwischen dem Saaleradweg und dem Weißenfelser Ortsteil Burgwerben sanieren. Dafür soll die Unterführung für rund vier Monate gesperrt werden.

Stadt Weißenfels hofft darauf, Fördergelder vom Land umschichten zu können

Das wiederum würde bedeuten, dass auch die Zufahrt zum benachbarten Klärwerk in diesem Zeitraum blockiert wäre. Dann bliebe nur noch ein Weg zur Anlage - über die Straße zum Bahnhof.

„Wenn wir die Straße im Jahr 2019 sanieren, dann wären monatelang beide Zufahrten zum Klärwerk gesperrt“, fasste der OB das Problem zusammen.

Nun also hofft die Stadt, jene rund zwei Millionen Euro   umschichten zu können, die sie aus dem sogenannten Schnittstellenprogramm des Landes eigentlich für die dringend notwendige Neugestaltung von Straße am Bahnhof und Bahnhofsvorplatz in den Jahren 2017 bis 2019 erhalten hat.

Ideen, wie der Bahnhof in Weißenfels nach der Sanierung aussehen soll, gibt es noch nicht

Ende März soll es dazu ein Gespräch mit der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (Nasa) geben.
Vor einem Jahr hatte die Kommune das Bahnhofsgebäude von der Deutschen Bahn erworben und wollte damit vor allem dem drohenden Kauf durch einen privaten Dritten zuvorkommen.

Konkrete Vorstellungen, wie das riesige Gebäude mit zu großen Teilen leerstehenden Räumen in den nächsten Jahren  aufgewertet werden soll, liegen jedoch noch nicht auf dem Tisch. Zumal der Eigentümer derzeit naheliegendere Sorgen hat.

Der Bahnhof Weißenfels verödet zusehends - Verhandlung mit neuem Betreiber laufen.

Im Juni vergangenen Jahres hatte das einzige Geschäft in der Eingangshalle seine Pforten aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Während der Bahnhof zusehends verödet,  verhandelt die Kommune mit einem potenziellen neuen Betreiber des Ladens.

Allerdings ist eine Einigung daran  gekoppelt, dass die seit langem geschlossenen  Toiletten in der Halle wieder genutzt werden können.
Dafür wiederum muss die Kommune einen  Knoten entwirren.  Denn nicht der gesamte Bahnhofskomplex gehört der Stadt.

Verwirrung um Zuständigkeiten beim Bahnhof Weißenfels

Die eigentlichen Gleisanlagen sind nach wie vor im Eigentum der Deutschen Bahn - so auch die ehemalige Toilette, die sich unter dem Gleiskörper befindet. Konkret: Wer den Bahnhof durch den Seiteneingang betritt, befindet sich auf städtischem Gebiet, an der Wand, in die die Toilette eingelassen ist, beginnt jedoch  das Gelände der Bahn.

Nun sucht die Stadt das Gespräch darüber, wer die Kosten eines Brandschutzgutachtens übernimmt, das wiederum Voraussetzung für eine Wiederinbetriebnahme der Toilette ist.

Allerdings seien die Zuständigkeiten bei dem großen Verkehrsunternehmen eher schwer zu durchschauen, so Risch. Um künftig klarere Verhältnisse zu schaffen, kann er sich vorstellen, die Toiletten im Zuge der Umgestaltung  später in das der Stadt gehörende Bahnhofsgebäude zu integrieren.

Der Bahnhof  beschäftigt die Stadt seit langem. Im Vorfeld des Sachsen-Anhalt-Tages 2010, der in Weißenfels stattfand, war  die Fassade des Gebäudes aufgefrischt worden. Drei Jahre später wurden Empfangshalle sowie Arkaden und Tunnel auf dem Vorplatz im Rahmen eines Projekts  „Licht & Farbe“ aufgehübscht. Dennoch bietet der Verkehrsknoten, den täglich immerhin rund 3.000 Reisende passieren, ein eher tristes Bild. (mz)