„Am Sandberg“

„Am Sandberg“: Neue Pläne für das Gewerbepark

Weißenfels - Warum Weißenfels für das geplante Gewerbegebiet „Am Sandberg“ eine alternative Fläche favorisiert und welche Hoffnungen sie in Kohlefördergelder setzt.

Von Meike Ruppe-Schmidt 26.10.2019, 06:00
Schilder für eine Baustelle
Schilder für eine Baustelle dpa

Seit mehr als zehn Jahren versucht die Stadt Weißenfels an der A9 ein rund 400 Hektar großes Gewerbegebiet zu errichten. Dass zumindest ein Teilstück zeitnah erschlossen wird, darin hatte die Stadt Weißenfels viel Mühe gesteckt gesetzt. Es handelt sich um die Fläche „Am Sandberg“, die etwa 40 Hektar groß ist. Jetzt jedoch ruhen die Pläne,, aber warum?

Hintergrund: „Die Stadt hat in den vergangenen Jahren zusammen mit dem Grundstücksfond Sachsen-Anhalt versucht, durch Grundstücksankäufe und Tauschgeschäfte über die 40 Hektar die Verfügung zu erlangen“, erklärt Stadtsprecherin Katharina Vokoun. Dies sei allerdings nicht gelungen, da es zu keiner Einigung mit den Eigentümern gekommen sei. „Im Ergebnis gehören Stadt und Land heute lediglich 50 Prozent der angepeilten Fläche.“

„Im Sofort-Sofort-Programm des Strukturwandels konnte das Vorhaben zwar nicht berücksichtigt werden“

Trotzdem will man seitens der Stadt an den Plänen für ein Gewerbegebiet festhalten. Vokoun: „Dafür favorisieren wir nun die vorrangige Erschließung einer alternativen Fläche.“ Es handelt sich um rund 100 Hektar östlich der A9 in Langendorf. „Im Sofort-Sofort-Programm des Strukturwandels konnte das Vorhaben zwar nicht berücksichtigt werden“, so Vokoun. Gründe für die Ablehnung seien der Stadt nicht mitgeteilt worden.

Doch man habe die Hoffnung, das Vorhaben mit langfristig angelegten Kohlefördergelder umsetzen zu können. „Das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt hat das Projekt zur mittelfristigen Realisierung innerhalb der nächsten fünf Jahre als einen Vorschlag auf dem Plan“, erklärt Vokoun. „Das Projekt wird als ein Eckpunkt zur Umsetzung der strukturpolitischen Empfehlungen der Kommission ,Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung’ aufgeführt und für ein ,Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen’ angemeldet.“

„Für Weißenfels und die Region wäre die Entwicklung des Gewerbegebietes zwingend notwendig“

Mittelfristig gesehen sei das Gewerbegebiet also auf der Agenda der Stadtverwaltung. Wie man die Erfolgsaussichten einschätzt, das Vorhaben mit den erhofften Kohle-Fördergeldern tatsächlich umsetzen zu können? „Zum jetzigen Zeitpunkt ist das ungewiss“, sagt Vokoun. Zunächst werde eine Prüfung erfolgen.

„Aber wir sind realistisch. Das Förderprogramm zum Strukturwandel ist bundesweit angelegt. Unser interkommunales Gewerbegebiet ist da ein kleiner Fisch.“ Und Vokoun betont: „Für Weißenfels und die Region wäre die Entwicklung des Gewerbegebietes zwingend notwendig, um die exzellenten Standortvorteile durch die Anbindung an die A9 und die A38 sowie das vorhandene Fachkräftepotenzial durch die Nähe zum Ballungszentrum Leipzig-Halle zu nutzen.“

„Es gibt nur noch Restgrundstücke, die als Gewerbeflächen ausgewiesen sind“

Das sieht Matthias Walther von der Weißenfelser IHK-Geschäftsstelle ähnlich. „Aus Sicht der Wirtschaft müssen erschließbare Flächen bereitgehalten werden, damit sich bestehende Unternehmen erweitern und neue Firmen ansiedeln können.“ Neben dem vorgesehenen interkommunalen Gewerbegebiet gibt es laut Stadtverwaltung in Weißenfels keine weitere Alternative für solche Gebiete.

„Es gibt nur noch Restgrundstücke, die als Gewerbeflächen ausgewiesen sind“ so Vokoun. Aufgrund des verschuldeten Haushalts kann die Stadt die Erschließung allerdings alleine nicht finanzieren. Für Investoren sei jedoch ein unerschlossenes Gelände uninteressant. (mz)