Advent in der Jüdenstraße

Advent in der Jüdenstraße: Durchwachsenes Fazit in der Mini-Weihnachts-Meile

Weißenfels - Obwohl der Weihnachtsmarkt auf das Weißenfelser Schloss gezogen ist, sollten Besucher auch ins Zentrum gelockt werden. Das Fazit fällt eher durchwachsen aus.

Von Andreas Richter 19.12.2018, 09:45

Von Kindern geschmückte Tannenbäume, weihnachtliche Klänge aus der Konserve, ein paar Buden vor dem Kaufhaus an der Ecke. Weil der „richtige“ Weihnachtsmarkt in diesem Jahr einmalig hoch oben auf dem Schloss über die Bühne geht, hatten sie sich alle Mühe gegeben, um auch die Jüdenstraße im Weißenfelser Zentrum in etwas festliches Flair zu tauchen.

Am Dienstag nun war der finale Tag der kleinen weihnachtlichen Meile im Zentrum. Weil die Mitarbeiter der Stadtwirtschaft pünktlich vor dem Fest fertig werden wollen, wird jetzt bereits abgebaut. Das Dekostübchen aus Markranstädt hat am Dienstagmittag schon geschlossen. Das Fazit der Händler fällt indes durchwachsen aus. „Der Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz hat uns gefehlt“, meint am letzten Tag Udo Peschke von der Weinhandlung „Ambiente“ in der Jüdenstraße.

Weißenfelserin: „An vielen Tagen war in der Straße tote Hose. Die Befürchtungen haben sich bewahrheitet“

Weil der zentrale Platz der Stadt noch immer eine Baustelle ist, war der Weihnachtsmarkt nach dem wenig gelungenen Experiment Klingenplatz im vergangenen Jahr diesmal auf das Schloss verlegt worden. Noch im Herbst hatten Händler der Innenstadt jedoch ihre Bedenken angemeldet, dass sie damit aufgrund der Entfernung zum Schloss vom Weihnachtsgeschäft abgehängt werden. Das Biwaq-Team zur Belebung der Innenstadt hatte sich daraufhin zusammen mit dem Kulturamt und den Händlern bemüht, noch mit der heißen Nadel eine weihnachtliche Jüdenstraße zu „zaubern“.

Für Peschke jedoch keine Erfolgsgeschichte. „An vielen Tagen war in der Straße tote Hose. Die Befürchtungen haben sich bewahrheitet“, sagt nun der Händler, der eine Glühweinbude vor seinem Geschäft aufgestellt hat. Wie zu erwarten habe es nur zwei Mal einen größeren Besucherandrang gegeben - zur Höfischen Weihnacht und zur Marienweihnacht am ersten beziehungsweise dritten Advent.

Stadt Weißenfels zieht positives Resümee für die Mini-Meile auf der Jüdenstraße

Positiver fällt da schon das Fazit von Christopher Wiesner aus, der zusammen mit seiner Freundin Cäcilia Nachtigall gleich mit mehreren Ständen - so einer Kindereisenbahn und einer Glühweinhütte - auf der Jüdenstraße vertreten war. „Die Leute sind eigentlich schon gekommen, auch so mancher Gehbehinderte, der den Weg zum Schloss nicht auf sich nehmen wollte“, so sein Fazit am Dienstag. Über Langeweile konnte sich der Schausteller jedenfalls nicht beklagen. „Wir haben morgens als erste geöffnet und abends als letzte zu gemacht“, erzählt der 26-Jährige.

Angesichts der schwierigen Umstände im Vorfeld zieht auch die Stadt ein positives Resümee für die Mini-Meile auf der Jüdenstraße. „Wir können mit dem auf die Beine gestellten Mix aus Kinderfahrgeschäft, weihnachtlicher Zuckerbäckerei, Glühwein- und Imbissständen sowie nicht zuletzt mit echter erzgebirgischer Volkskunst zufrieden sein“, so Roland Kähler, Leiter des Biwaq-Teams. Die Rabattaktion der Händler habe die weihnachtliche Shoppingmeile stimmig ergänzt und viele Besucher in die Innenstadt gelockt.

››Der Weihnachtsmarkt auf dem Schloss läuft noch bis 23. Dezember. Die Eisbahn ist bis 6. Januar geöffnet. (mz)