Taten gefilmt und geteilt

51-Jähriger soll seine Stieftochter missbraucht haben

Ein verloren gegangener Plüsch-Esel liegt zwischen Blättern auf einer Wiese. (Symbolbild) (Foto: dpa)

Weißenfels - Ab Freitag beginnt vor dem Landgericht in Halle der Prozess gegen einen 51-jährigen Mann wegen schweren sexuellen Missbrauchs. Dem im November 1969 geborenen Angeklagten wird sexueller Missbrauch von Kindern in 23 Fällen vorgeworfen, davon in 18 Fällen sogar schwerer sexueller Missbrauch. Zwanzig Mal soll der Angeklagte die ihm vorgeworfenen Taten sogar selbst dokumentiert haben, weshalb er sich ab Freitag zugleich wegen des „Herstellens einer kinderpornografischen Schrift“ vor Gericht verantworten muss.

In zwei Fällen hat er offenbar mit Hilfsmitteln versucht, so auf ein Kind einzuwirken, dass es zwischen ihnen zu einem Sexualkontakt kam. Ereignet haben sich die vorgeworfenen Verbrechen unter anderem in Weißenfels, heißt es in der Prozessvorschau des Landgerichts.

Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren drohen

Konkret soll der Angeklagte sich im Juni 2017 und im November 2020 an der Tochter seiner Lebensgefährtin vergangen haben. In den weit überwiegenden Fällen habe er mittels seines Handys Bild- beziehungsweise Filmaufnahmen von den Missbrauchshandlungen gefertigt, um diese abzuspeichern und später über das Internet mit anderen auszutauschen beziehungsweise sie dort zu verbreiten.

Es sind sehr schwere Vorwürfe. Doch der Angeklagte hat sich bislang weder gegenüber der Polizei, noch gegenüber dem Haftrichter und auch nicht gegenüber seinem Verteidiger zu den Tatvorwürfen eingelassen. Im Falle einer Verurteilung droht dem 51-Jährigen eine Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren.

Der Prozess wird das Gericht eine ganze Weile beschäftigen. Bis Ende Juni sind immerhin sechs Verhandlungstage am Landgericht in Halle angesetzt, ehe dort ein Urteil erwartet wird. (mz/kem)