50 Jahre Schwimmhalle Weißenfels

50 Jahre Schwimmhalle Weißenfels: Im nassen Element steigt große Party

Weißenfels - Weil die Weißenfelser Schwimmhalle vor 50 Jahren eröffnet wurde, steigt am Sonnabend eine große Party. Woran sich ein langjähriger Stammgast erinnert.

Von Andreas Richter 27.09.2019, 08:30

Fast an jedem Dienstag hat der ehemalige Chef der Weißenfelser Frischli-Milchwerke seit Jahren einen Termin. Dann lenkt Dieter Gorzki seine Schritte in Richtung Weißenfelser Karl-Hoyer-Straße und dreht seine Runden im Hallenbad. Drei bis fünf Mal in der Woche ist der 69-Jährige im nassen Element zu finden, zu Trainingszeiten des Schwimmvereins, aber auch ganz privat. „Die Schwimmhalle möchte ich nicht missen“, sagt Gorzki, dessen Enkeltochter dort den „Seepferdchen“-Kurs für Vorschulkinder absolviert hat.

Seit 38 Jahren besucht Gorzki die ehrwürdige Halle, die mittlerweile in die Jahre gekommen ist. Am Sonnabend nun gibt es eine große Party zum 50. Jahrestag der Einweihung der Volksschwimmhalle, wie sie damals hieß. Mit Bierfassrollen unter Wasser, mit Schnuppertauchen, einer Trainingseinheit der Kinder des Weißenfelser Schwimmvereins und Disco am Abend. Und eben mit vielen Stammgästen. Nicht dabei sein kann am Samstag einer, der jahrzehntelang praktisch zum „Inventar“ der Halle gehört hat.

„Zur Einweihung waren damals nur die Bauleute eingeladen“

„Zur Einweihung waren damals nur die Bauleute eingeladen, wir als Schwimmverein aber nicht“, wundert sich Hans Lackenmacher noch immer ein wenig. Doch gleich nach der feierlichen Übergabe der Sportstätte haben die Schwimmer des Vereins Besitz davon ergriffen. „Immer dienstags und donnerstags sind wir geschwommen“, erinnert sich der 96-Jährige, der vor zwei Jahren aus privaten Gründen in eine Seniorenwohnanlage in Berlin-Marzahn gezogen ist.

In all den Jahren in Weißenfels hat der begeisterte Schwimmer nicht nur einfach so seine Runden im Wasser gedreht. Jahrzehntelang hat er danach Strecken und Zeiten fein säuberlich notiert. „Die Bücher sind durch Umzüge leider verloren gegangen“, bedauert er.

„Das Hallenbad war wie mein zweites Zuhause“

Den Kontakt zum Weißenfelser Schwimmverein hält der Senior noch immer. Immerhin ist er sage und schreibe seit 1947 Mitglied des Vereins, hat eine Chronik geschrieben und ist heute Ehrenpräsident. „Das Hallenbad war wie mein zweites Zuhause“, sagt der Senior und bedauert schon ein wenig, dass es in der Nähe seines Wohnortes in Berlin keine Schwimmhalle gibt.

Im November 1968 fand das Richtfest für die neue Volksschwimmhalle in Weißenfels-West statt. Am 27. September 1969 wurde die fertige Sportstätte an den damaligen Bürgermeister Joseph Gentes übergeben.

Nach der Wende wurde das Hallenbad schrittweise modernisiert. So wurden 1995 eine neue Chlorgasanlage eingebaut und der Beckenfilter saniert. Seit dem Jahr 2000 wird die Halle vom Sport- und Freizeitbetrieb der Stadt betrieben.

Das Schwimmbecken hat eine Größe von 12,5 mal 25 Metern. Für Besucher mit eingeschränkter Mobilität steht ein Beckenlift zum Ein- und Aussteigen zur Verfügung. Der Wassertemperatur beträgt rund 28 Grad.

In Weißenfels ist das Hallenbad mit seinen fünf 25-Meter-Bahnen aus dem Alltag vieler Bürger nicht mehr wegzudenken. Zahlreiche Vereine und Institutionen sind dort Stammgäste: Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, Wasserwacht, Polizei, Reha-Sportverein, Rotes Kreuz. Großer Beliebtheit erfreuen sich Aquafitness-Kurse und die „Seepferdchen“-Schwimmkurse für Vorschulkinder. Rentner kommen regelmäßig zum Frühaufsteherschwimmen.

„Ab Juni 2020 wollen wir die Schwimmhalle im Bereich des Beckens sanieren“

Immer wieder hat der Sport- und Freizeitbetrieb, der die Halle betreibt, in der Vergangenheit etwas getan, um die in die Jahre gekommene Sportstätte zu erhalten. So wurde 2015 der Sanitär- und Umkleidebereich saniert, zwei Jahre später die Heizungsanlage. Seit 2017 gibt es einen modernen Kassenautomaten.

Im nächsten Jahr müssen sich die Besucher der Halle allerdings auf eine längere Durststrecke einstellen. „Ab Juni 2020 wollen wir die Schwimmhalle im Bereich des Beckens sanieren“, blickt Viola Schikorr, Leiterin des städtischen Sport- und Freizeitbetriebes, voraus. Wenn das Land die Fördermittel bewilligt, dann wird das Hallenbad im nächsten Winter zur Baustelle und damit geschlossen bleiben. „Wir sind schon heute dabei, nach Alternativen für die Nutzer der Schwimmhalle zu suchen“, sagt Schikorr. Doch jetzt steht erst einmal die Jubiläumsfeier an.

››Hallenbadfest: Sonnabend, 28. September, 10 bis 24 Uhr, Schwimmhalle Karl-Hoyer-Straße 17 (mz)