Streit vor Neujahrsempfang

Sarah Wagenknecht: Streit um Einladung für Neujahrsempfang von Die Linke

Magdeburg - Jahrelang prägte Sahra Wagenknecht Die Linke im Bundestag - zugleich polarisiert die Ex-Fraktionschefin bis heute große Teile ihrer Partei. Nun führt Wagenknechts Einladung nach Sachsen-Anhalt zu internem ...

Von Jan Schumann 18.02.2021, 17:03
Die Einladung von Sahra Wagenknecht zum Neujahrsempfang der Linkspartei sorgt in der Landesfraktion für Streit.
Die Einladung von Sahra Wagenknecht zum Neujahrsempfang der Linkspartei sorgt in der Landesfraktion für Streit. ZB

Jahrelang prägte Sahra Wagenknecht Die Linke im Bundestag - zugleich polarisiert die Ex-Fraktionschefin bis heute große Teile ihrer Partei. Nun führt Wagenknechts Einladung nach Sachsen-Anhalt zu internem Linken-Zoff:

Vize-Fraktionschefin Henriette Quade kritisiert, dass ausgerechnet Wagenknecht zum digitalen Neujahrsempfang nach Sachsen-Anhalt eingeladen ist.

Einladung von Wagenknecht sorgt für Streit bei den Linken

Auf der Veranstaltung am 23. Februar soll Wagenknecht unter anderem mit Sachsen-Anhalts Spitzenkandidatin zur Landtagswahl, Eva von Angern, über Corona-Politik und Wirtschaftsthemen debattieren. Die Diskussion wird live ins Internet übertragen.

Fraktionsvize Quade kritisierte aber am Donnerstag, Wagenknecht gehe „seit geraumer Zeit mit Positionen in die Öffentlichkeit, die nicht meine sind und auch nicht der Beschlusslage der Linken entsprechen“. Etwa beim Thema Migration. Wagenknecht steht für einen Kurs, nach dem Zuwanderung deutlich begrenzt werden soll.

„Sie verfolgt ihre eigene Agenda“, monierte Quade. Zuerst hatte Spiegel Online über die interne Ablehnung berichtet.

Fraktionschefin will an Wagenknecht festhalten

Linken-Fraktionschefin Eva von Angern bedauerte die Kritik. „Ich finde das schade, das tut nicht Not“, sagte sie der MZ. Die Einladung sei bereits seit einem Dreivierteljahr bekannt gewesen. „Die Fraktion hatte sich dafür entschieden und steht auch dazu.“

Von Angern halte Wagenknechts Auftritt weiter für richtig, zumal die Bundestagsabgeordnete besondere Wirtschaftsexpertise mitbringe. „Ich sehe es auch fachlich anders, natürlich vertritt sie linke Politik“, sagte von Angern. Ihre Partei wolle vor der Wahl im Juni jedes Parteimitglied „mit Rang und Namen“ nach Sachsen-Anhalt holen.

Wagenknecht-Projekt „Aufstehen“ bleibt erfolglos

Wagenknecht war über Jahre hinweg Mitglied der Kommunisten Plattform. 2018 hatte sie den Versuch unternommen, eine bundesweite Sammelbewegung unter dem Titel „Aufstehen“ ins Leben zu rufen. Der Versuch gilt als erfolglos.

Zuletzt hatte die 51-Jährige parteiintern Kritik geerntet, als sie Teilen des linken politischen Lagers „ausgeprägte Intoleranz“ vorwarf. (mz)