Handyhüllen aus Landkarten

Woche der Nachhaltigkeit: Mit welchen Themen sich Sekundarschüler in Allstedt beschäftigen

Von Grit Pommer
Symbolfoto - Allstedt
Symbolfoto - Allstedt (Foto: imago stock&people)

Allstedt/MZ - Mit einer Woche der Nachhaltigkeit startet die Sekundarschule „Thomas Müntzer“ in Allstedt in das neue Schuljahr. Bis zum Freitag arbeitet jede Klassenstufe an einem eigenen Thema. Die Zehnten beschäftigen sich zum Beispiel mit dem Thema der Lebensmittelproduktion. Sie wollen im Supermarkt Preise von konventionellen und Bio-Lebensmitteln vergleichen und einem Bio-Hofladen im Allstedter Ortsteil Winkel einen Besuch abstatten. „Wenn es klappt, wollen wir einen Gruppenchat mit Schülern aus Ghana machen“, erzählt Frieda Kuhn. Sie will man dann befragen, was bei ihnen so auf dem Wocheneinkaufszettel und dem Speiseplan steht.

Fairer Handel steht auf dem Wochenplan der 6. Klassen. Untersucht wird das vor allem für Schokolade und Baumwolle. Mit dem Thema Müll, Mikroplastik und Recycling befassen sich die 7. Klassen. Im praktischen Teil versuchen sie sich selbst am Upcycling und geben vermeintlichem Abfall eine neue Qualität. So sollen zum Beispiel aus ausrangierten Geografie-Landkarten aus dem Fundus der Schule, die inzwischen von der politischen Entwicklung überholt worden sind, Handyhüllen genäht werden. Für die beiden 8. Klassen dreht sich die Nachhaltigkeitswoche um das Thema Wasser. Sie wollen Wasserproben analysieren, die Schüler von den verschiedensten Stellen mitgebracht haben, und einen einfachen Filter bauen, mit dem man Wasser von Schwebeteilchen reinigen kann.

Ergebnisse der Projektwoche werden präsentiert

In den Wald verschlägt es die Neunten. Sie arbeiten zwei Tage im Jugendwaldheim Wildenstall und schauen sich die Auswirkungen von drei Dürrejahren direkt vor Ort an. Außerdem beschäftigen sie sich mit der Frage, inwiefern Klimaveränderung Menschen dazu zwingen kann, ihre ursprüngliche Heimat zu verlassen.

Um den fairen Umgang miteinander geht es für die Fünften, die ganz neu an der Schule sind und sich bei dieser Gelegenheit auch gleich ein Stück besser in ihren Klassen zusammenfinden werden. „Nachhaltigkeit heißt, bei allem, was wir tun, auch die Folgen zu bedenken“, sagte Schulleiterin Nina Trzcinski bei der gemeinsamen Eröffnung der Projektwoche. Oft gehe es um viele kleine Entscheidungen im Alltag jedes einzelnen, die insgesamt aber eine große Wirkung haben.

Elf Schüler aus allen Klassenstufen wollen von den Erlebnissen und Ergebnissen während der Projektwoche am Ende in Artikeln berichten, die auch in der Mitteldeutschen Zeitung veröffentlicht werden.