Wilhelm-Schmied-Verein

Wilhelm-Schmied-Verein: Wandbild am Hort „Poetengang“ soll erhalten bleiben

Sangerhausen - Kachelfries an dem maroden Gebäude in Sangerhausen löst Diskussionen aus.

Von Frank Schedwill

Die Diskussion um das Wandbild am Sangerhäuser Hort „Poetengang“ reißt nicht ab. Auch der Wilhelm-Schmied-Verein will sich dafür einsetzen, dass der Kachelfries „Glückliche Kinder“ erhalten bleibt. Das sagte Iris Ziegler, die Vorsitzende des Vereins, der MZ.

Wandbild war 1976 für das heutige Hortgebäude gefertigt worden

Das Wandbild war von der Schmiedtochter Ursula Rein geschaffen und im Jahr 1976 an dem heutigen Hortgebäude angebracht worden. Der Kindergarten, der sich damals in dem Haus befand, feierte sein 30-jähriges Bestehen. Ziegler: „Am liebsten wäre uns, wenn das Bild an dem Gebäude verbleiben kann.“ Wenn das nicht geht, sollte die Stadt es an einem anderen Gebäude anbringen, das einen Bezug zu Kindern hat. „Ich weiß noch, wie aufwendig es war, die Kacheln in Reins Atelier in Blankenheim herzustellen und dann nach Sangerhausen zu schaffen. Es war ein richtiger Kraftakt“, sagte Ziegler. Bei ihr und ihrem Mann Reinhard liegen auch die Urheberrechte an dem Wandbild sowie weiteren Werken von Schmied und Rein.

Hintergrund der Diskussion ist der geplante Neubau für den Hort „Poetengang“, der im kommenden Jahr mit Millionaufwand im Stadtteil Süd errichtet werden soll. Die Stadt will dann das marode Haus II des Hortes, die frühere Kinderkrippe Jenny Marx, abreißen.

Schmiedverein plant das Wandbild zu erhalten

Das Haus I, an dem sich das Wandbild befindet, soll eventuell veräußert werden. In Leserbriefen sprachen sich Sangerhäuser dafür aus, Reins Wandbild unbedingt zu erhalten. Die im Jahr 2014 verstorbene Künstlerin wäre in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden. Der Schmiedverein hatte die Tochter des Malers und Grafikers Wilhelm Schmied im Frühjahr mit einer Ausstellung im Kunstschaufenster in der Kylischen Straße geehrt.

Rein hat wie ihr Vater künstlerische Spuren an einer ganzen Reihe von Gebäuden in Sangerhausen hinterlassen. Das bekannteste Werk Schmieds ist das riesige Mosaik mit Sangerhäuser Motiven im Bahnhofsgebäude. Es ist bei der Sanierung des Gebäudes in den vergangenen Monaten aufwendig gereinigt worden und erstrahlt wie der gesamte Bahnhof nun in neuem Glanz.

Der Schmiedverein plant, einen Wanderlehrpfad beginnend am Bahnhof in der Stadt anzulegen. An seinen einzelnen Stationen sollen die Werke der beiden Künstler stehen. „Auch das Wandbild am Hort Poetengang soll dabei seinen Platz finden“, so Ziegler. (mz)