Wilhelm-Schmied-Verein

Wilhelm-Schmied-Verein : Malbuch des DDR-Künstlers erscheint im Dezember

Sangerhausen - Schüler des Sangerhäuser Scholl-Gymnasiums erweitern das Werk mit eigenen Bildern.

Von Lucas Wölbing

So langsam kennen sie ihn. Aus dem Fremden ist ein Vertrauter oder wenigstens ein flüchtiger Bekannter geworden. Die Bilder des alten Mannes mit der Brille und der Malermütze werden jetzt öfter mal am Geschwister-Scholl-Gymnasium gezeigt. Dabei kannte ihn hier vor einem halben Jahr noch niemand: Wilhelm Schmied. Der 1984 verstorbene DDR-Künstler sorgt gerade für kreative Begegnungen zwischen Schülern und seinen Unterstützern vom gleichnamigen Kunstverein.

Wilhelm-Schmied-Malbuch soll zum „Advent in den Rosenhöfen“ verkauft werden

Jetzt soll auch noch gemeinsam etwas gedruckt werden. Ein Malbuch Schmieds könnte bald zusammen mit Zeichnungen vom Gymnasium unter Sangerhausens Weihnachtsbäumen liegen. Und zwar spätestens zum „Advent in den Rosenhöfen“ am 9. Dezember soll es verkauft werden.

Die Pläne hierfür seien schon ziemlich konkret, freut sich Iris Ziegler, die Vorsitzende des Schmied-Vereins. Sie zeigt ein gebundenes Heft aus dem Nachlass des berühmten Sangerhäusers: Auf dem Einband hat er sich selbst verewigt, vor ihm steht eine bunte Kuh.

„Das Malbuch war ein Geschenk an seine Tochter Ursula“, sagt Ziegler. „1943 hat Schmied es ihr ins Osterkörbchen gelegt.“ Doch was soll ein Kind rund 70 Jahre später mit den längst ausgemalten Bildern anfangen? Ziegler und ihre Mitstreiter wollten Schmieds Werk von Anfang an unters Volk bringen. Aber wie? Hilfe fanden sie am Schollgymnasium, wo Lehrerin Kathleen Fischer den Maler längst auf den Lehrplan gesetzt hat.

Titel für das Malbuch ist noch offen: Vorschläge sind erwünscht

Das „neue“ Malbuch, das in der Weihnachtszeit erscheint, wurde einfach von den Schülern ergänzt. Sie haben eigene Bilder entworfen, ein Grafiker hat sie bearbeitet und hinter Schmieds ursprüngliche Zeichnungen geheftet. So soll das kleine Buch auch in den Druck gehen.

Es soll eine große Hafenparty werden und zwar ausgerechnet im Sangerhäuser Bahnhof: Im Sommer 2017 würde das längst verschrottete Motorschiff „MS Sangerhausen“ 40 Jahre alt werden. Und weil Wilhelm Schmied es gemalt hat, will der Verein groß feiern.

Demnächst malen Schüler des Schollgymnasiums ihre eigenen Kapitänsbilder vom Schiff in ganz verschiedenen Häfen. Auch die will der Schmied-Verein zum Geburtstag ausstellen - am liebsten in der Stadtbibliothek. Außerdem hat Iris Ziegler ehemalige Mannschaftsmitglieder eingeladen.

Wann und ob der Schiffgeburtstag stattfindet, will die Vereinschefin noch mit Oberbürgermeister Ralf Poschmann (CDU) besprechen. Sagt er zu, will Ziegler jenes Schmied-Gemälde der „MS Sangerhausen“ feiern, das sie nach langer Suche in die Heimat des Malers zurückholte. Es wäre das erste große Fest im Verein.

Eigentlich könnte Iris Ziegler damit zufrieden sein. Doch als sie im Schmied’schen Kunstschaufenster der Kylischen Straße die neue Ausstellung der Scholl-Schüler aufbaut, merkt sie, dass noch ein wichtiges Detail fehlt. Die Älteren kennen den Maler jetzt? Doch was ist mit den Vorschülern und Kindergartenkindern, für die das Buch gedacht ist?

„Wilhelm Schmied im Buchtitel - das verstünde doch kein Kind“, findet die Vereinschefin. Sie überlegt darum, wie es anders gehen könnte: Ein neuer Titel muss her. Wie wäre es denn mit Onkel Wilhelms Malbuch? Oder Willis, wie es Ziegler gefällt? Schmied-Schülerin Eva-Maria Müller, die im Verein die Jugendarbeit pflegt, ist sich unsicher: „Mir würde Malbuchmeister Wilhelm gefallen“, sagt sie.

Doch festlegen will sich der Verein noch nicht. Iris Ziegler hofft jetzt sogar auf die Mithilfe der MZ-Leser. Wer einen kindgerechten Titel für das Malbuch vorschlägt, würde ihr sehr helfen, erklärt sie und hofft auf einige kreative Einsendungen. (mz)

Titelvorschläge für das Malbuch bitte an redaktion.sangerhausen@dumont.de.