Wilhelm-Schmied-Verein

Wilhelm-Schmied-Verein: Im Schüler-Projekt sollen Gemälde der MS Sangerhausen entstehen

Sangerhausen - Trotz Verschrottung im Jahr 1990 spielt der Frachter noch immer eine wichtige Rolle.

Von Beate Lindner

Das Motorschiff „Sangerhausen“ wäre 2017 40 Jahre alt geworden… doch seine Verschrottung 1990 kam diesem und anderen Jubiläen zuvor. Obwohl diese Tatsache unumstößlich ist und es den Frachter nicht mehr gibt, wird das Jubiläum in der Stadt, die den Namen für das Schiff gab, durchaus eine Rolle spielen. Das weiß zumindest Iris Ziegler vom Sangerhäuser Wilhelm-Schmied-Verein, die als Vorsitzende gemeinsam mit ehemaligen Besatzungsmitgliedern der MS Sangerhausen diesbezüglich schon sehr konkrete Pläne geschmiedet hat. Sangerhäuser Schüler werden nämlich im Rahmen eines Projektes ein so genanntes Kapitänsbild, sprich ein Gemälde des Schiffes, erstellen.

Schüler sollen verschiedene Kapitänsbilder anfertigen

„Wir als Verein stellen das Recherchematerial zur Verfügung, etwa über die verschiedenen Reiserouten der MS Sangerhausen und über die Besatzungsmitglieder als Ansprechpartner und natürlich das Schiff selbst. Die Schüler sollen dann verschiedene Häfen im Internet als Hintergrundlandschaft auswählen, wo MS Sangerhausen ankerte. Es sollen unterschiedliche Kapitänsbilder entstehen, in gleicher Art und Weise, wie es Wilhelm Schmied 1984 durch eine Postkarte als Hintergrund (Hongkong) in seinem Atelier schuf“, so Ziegler.

Und wenn die Schüler dann tätig geworden sind, soll es eine Ausstellung in Sangerhausen geben, in der die Ergebnisse der Arbeit präsentiert werden. Ziegler stellt sich das ungefähr so vor, dass während der Vernissage die Bilder der Schüler präsentiert werden und ehemalige Besatzungsmitglieder dazu spannende Bordgeschichten und Erlebnisse preisgeben.

An diesen Geschichten wird es jedenfalls nicht mangeln, ist Iris Ziegler sicher. Dass die Leute, die einst auf der MS Sangerhausen über die Weltmeere schipperten, viel zu erzählen haben, das weiß sie mittlerweile, denn sie kennt etliche dieser Besatzungsmitglieder. Zwischen dem Sangerhäuser Verein und der Truppe, die regelmäßige Bordtreffen durchführt, gibt es inzwischen eine freundschaftliche Beziehung.

So waren erst jüngst einige der ehemaligen Seeleute zu Gast in Sangerhausen zum Sachsen-Anhalt-Tag und haben ihr „18. Treffen ehemaliger Fahrensleute“ in der Berg- und Rosenstadt veranstaltet. Gleich mehrere Tage, selbst den großen Umzug am Sonntag des Festwochenendes, haben sie sich nicht entgehen lassen.

Bild von der MS Sangerhausen als Geschenk im Gepäck

Und natürlich hatten die Leute von der Küste, die übrigens zum Teil gar nicht mehr an der Küste leben, auch wieder Geschenke im Gepäck - diesmal ein großes Bild von der MS Sangerhausen.

„Wir haben hier in Sangerhausen eine schöne zeit miteinander verlebt“, so Iris Ziegler, die sich wohl nicht von ungefähr zu der Bemerkung hinreißen lässt: „Es hat sich eine wunderbare Freundschaft entwickelt. Unser Verein gehört nun schon mit zur Crew der Sangerhausen.“

Mehr zum Verein im Internet: www.wilhelm-schmied.de  (mz)