Fahrrad statt Dienstwagen

Was Jörg Wernecke mit seiner Arbeit bewirken will

Von Frank Schedwill
Jörg Wernecke (links) und David Breitebach vom Ordnungsamt bei einer ihrer Radkontrollen in der Goldene Aue.
Jörg Wernecke (links) und David Breitebach vom Ordnungsamt bei einer ihrer Radkontrollen in der Goldene Aue. (Foto: Polizei)

Kelbra

Jörg Wernecke ist nicht zu übersehen, wenn er auf dem Fahrrad unterwegs ist. Der 57-jährige Regionalbereichsbeamte der Polizei trägt eine gelb-grüne Warnweste und immer auch einen Radhelm. „Man will ja Vorbild sein“, sagt der Polizeihauptmeister, der mit seinem Kollegen Stefan Meyer für das Gebiet der Verbandsgemeinde Goldene Aue, also die fünf Orte von Berga im Westen bis Edersleben im Osten, zuständig ist. Generell ist Wernecke als einer von wenigen Polizisten des Reviers Mansfeld-Südharz öfter mit dem Fahrrad anzutreffen - einem 28 Zoll Trekkingbike. Etwa zweimal im Monat tauscht er den Streifenwagen gegen sein Dienstrad. Meist ist David Breitenbach vom Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde bei den Touren dabei und unterstützt ihn.

Regionalbereichsbeamte Jörg Wernecke will aufklären

Wernecke will bei seiner Arbeit vor allem aufklärend und präventiv wirken, wie er sagt. In der Goldene Aue, wo es mittlerweile eine ganze Reihe gut ausgebaute Radwege gibt, sind dementsprechend viele Radfahrer unterwegs. Mit ihnen versucht der 57-Jährige ins Gespräch zukommen: über verkehrssichere Räder, vernünftige und sichere Fahrweise und die persönliche Schutzausrüstung. „So ein Gespräch bringt meist mehr, als wenn ich Strafzettel über zehn oder 20 Euro ausstelle“, sagt Wernecke. Er wolle die Leute nicht verärgern, sondern zum Nachdenken anregen, damit sie ihr Verhalten ändern.

Der 57-Jährige weiß aus langer beruflicher Erfahrung, wie schnell mit dem Rad etwas passieren kann - gerade auch aufgrund des Booms der E-Bikes, die noch einmal andere Anforderungen an den Fahrer stellen als normale Räder. „Als Radfahrer ist man im Gegensatz zum Autofahrer nicht durch eine Blechhülle geschützt. Die Folgen von Unfällen sind deshalb oft schwer“, sagt Wernecke. Er rät deshalb, man sollte als Radfahrer immer auch für andere Verkehrsteilnehmer mitdenken und mit deren Fehlern rechnen, wolle man sicher und gesund ankommen.

Helm gegen schwere Verletzungen

Aber nicht nur beruflich ist der Polizist oft per Rad unterwegs, sondern auch privat. Er selbst besitzt drei Fahrräder und fährt damit gern. Am liebsten von seinem Heimatort Bennungen nach Allstedt. „Man kann fast die gesamte Strecke auf Radwegen fahren“, sagt er. Und bei trockenem Wetter sogar an der Helme entlang. „Das ist immer wieder ein Erlebnis“, so Wernecke. Aber auch bei den privaten Touren trägt er gut sichtbare Radkleidung und einen Fahrradhelm - auch wenn das gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Wernecke: „Ich finde das ganz wichtig, denn so ein Helm kann schwere Verletzungen verhindern.“ Und selbst bei relativ niedrigen Geschwindigkeiten könne viel geschehen. (mz)