Mitten in der Corona-Pandemie

Warum Allstedt laut Statistik im ersten Quartal besonders viel Vergnügungssteuer eingenommen hat

Von Grit Pommer
Symbolfoto - Geld
Symbolfoto - Geld (Foto: Bernd Wüstneck/zb/dpa)

Allstedt/MZ - Eine Übersicht des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt zu den Einnahmen der Kommunen aus verschiedenen Steuerarten hat unlängst stutzig gemacht: Für Allstedt waren in der Tabelle für das erste Quartal diesen Jahres Einnahmen aus der Vergnügungssteuer in Höhe von 6.019 Euro ausgewiesen. Das war der mit Abstand höchste Betrag unter allen Kommunen im Landkreis und auch mehr, als Allstedt der Übersicht nach im gesamten vergangenen Jahr an Vergnügungssteuer eingenommen hatte - nämlich 5.665 Euro.

Das Rätsel ließ sich allerdings schnell aufklären. In Allstedt hatte es nicht etwa ausgerechnet im Lockdown zu Beginn diesen Jahres besonders viele vergnügungssteuerpflichtige Veranstaltungen gegeben. „Von den Einnahmen im ersten Quartal waren 6.410 Euro für das vergangene Jahr nachveranschlagt“, erklärte Allstedts Hauptamtsleiterin Andrea Kögel auf MZ-Anfrage. Die Vergnügungssteuer-Einnahmen für 2020 erhöhten sich damit auf insgesamt gut 12.000 Euro, was in etwa dem Durchschnitt entspricht. „Bei der Vergnügungssteuer rechnen wir mit rund 10.000 Euro im Jahr“, so Kögel.

Die Steuer erheben Kommunen zum einen auf Musik- und Spielautomaten, die in öffentlichen Räumen betrieben werden. Zum anderen kassieren sie einen Anteil an den Einnahmen aus Eintrittskarten für Vergnügungsveranstaltungen. In Allstedt hat der Stadtrat 2016 eine Vergnügungssteuersatzung beschlossen, nach der zehn Prozent von jedem verkauften Ticket in die Stadtkasse fließen. Im Oktober 2018 wurde die Satzung dann geändert, um die Vergnügungssteuer auch für Veranstaltungen kassieren zu können, die auf dem Flugplatzgelände stattfinden. Denn dort werden in der Regel keine Tickets verkauft, sondern Parkgebühren erhoben. Allstedt strich als also den Begriff „entgeltlich“ aus der Satzung. Ohne Ticketverkauf wird die Steuer nach der genutzten Veranstaltungsfläche erhoben - 50 Cent je zehn Quadratmeter und Tag.