Streit um künftigen Namen

Streit um künftigen Namen: Wie soll Fläche heißen: Schmied- statt Genscherplatz?

Sangerhausen - Genscher- oder Schmiedplatz? Wie soll der bisher namenlose Platz an der Sangerhäuser Friedrich-Schmidt-Straße künftig heißen? Darüber ist jetzt ein Streit entbrannt.

Von Frank Schedwill

Genscher- oder Schmiedplatz? Wie soll der bisher namenlose Platz an der Sangerhäuser Friedrich-Schmidt-Straße künftig heißen? Darüber ist jetzt ein Streit entbrannt.

Während die FDP den Platz nach dem verstorbenen früheren Außenminister Hans-Dietrich-Genscher benennen will, schlägt der Sangerhäuser Hans-Christoph Schneider den Namen Wilhelm-Schmied-Platz vor. „Der Vorstoß der FDP ist sicherlich lobenswert, jedoch ist diese Stelle in der Stadt bei dem großen Lebenswerk von Genscher unangemessen“, sagt der 61-Jährige.

Er hat sich die Unterstützung des Wilhelm-Schmied-Vereins gesichert. Der macht es sich zur Aufgabe, das Andenken an den 1984 verstorbenen Künstler und dessen Tochter Ursula Rein (1936-2014) zu erhalten. Schmied und Rein haben in der Stadt zahlreiche Kunstwerke geschaffen.

In einer E-Mail hat Iris Ziegler, die 1. Vorsitzende des Wilhelm-Schmied-Vereins, Schneider bereits mitgeteilt, dass der Verein „sein Möglichstes tun wird, um die Initiative zu unterstützen“. Historisch passen würde der Name Schmied für den Platz. An der benachbarten Friedrich-Schmidt-Straße hatte Schmied nach Angaben des Vereins lange sein Atelier, bevor er damit in einen vom Mansfeldkombinat errichteten Neubau an der Koenenstraße umzog. Schneider will nun nötigenfalls, wie er sagt, auch Unterschriften sammeln. Die FDP hatte dagegen ihre Idee mit den großen Verdiensten Genschers begründet. Genscher hatte 1990 vor Tausenden Sangerhäusern auf dem benachbarten Markt gesprochen.

Nach Schmied ist bereits seit 2016 eine Straße in der Kreisstadt benannt. Die Straße, die die neue Eigenheimsiedlung in Nord erschließt, trägt den Namen des Malers. Dafür hatten sich die Fraktionen der Linken und von BIS/FBM im Stadtrat stark gemacht. Der Schmiedverein bemängelte aber, dass das Aufstellen der dortigen Straßenschilder quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgt ist.

Der namenlose Platz an der Schmidtstraße wird derzeit umgestaltet. Die Stadt steckt insgesamt 56.000 Euro in die Arbeiten.  (mz)