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Stadtbad Sangerhausen

Stadtbad Sangerhausen: Sonderratssitzung zum Badumbau geplant

Sangerhausen - Verkürzte Sommerpause für Sangerhausens Stadträte: Die Mitglieder des Gremiums werden auf Antrag der Linken in der eigentlich sitzungsfreien Zeit zu einem Sondertreffen zusammenkommen. Hauptthema: der Umbau des ...

Von Frank Schedwill 04.07.2019, 09:22

Verkürzte Sommerpause für Sangerhausens Stadträte: Die Mitglieder des Gremiums werden auf Antrag der Linken in der eigentlich sitzungsfreien Zeit zu einem Sondertreffen zusammenkommen. Hauptthema: der Umbau des Stadtbades.

Fördermittel vom Bund

Linken-Fraktionsmitglied Klaus Kotzur begründete den Vorstoß damit, dass es bisher trotz kontroverser Diskussionen nicht gelungen sei, eine Prioritätenliste mit Gestaltungsideen für das fast 90 Jahre alte Bad im Bauhausstil zu erstellen. Es soll unter anderem mit Hilfe von 3,6 Millionen Euro Fördermitteln der Bundesregierung saniert werden.

Im Hauptausschuss am 24. Juni, in dem die Liste eigentlich erarbeitet werden sollte, war zwar zweieinhalb Stunden diskutiert worden. Konkret wurde aber nicht über die Vorschläge beraten, die Bürger beispielsweise bei einer von Oberbürgermeister Sven Strauß (SPD) angeregten E-Mail-Aktion an die Stadt geschickt hatten.

Auch FDP-Mitglied Harald Oster hatte als einziger Stadtrat konkrete Vorschläge gemacht. Stattdessen drehte sich die Diskussion zweieinhalb Stunden um Formalien, wurden wie bereits in Sitzungen zuvor Grundsatzreferate gehalten oder bekannte Standpunkte ausgetauscht.

Kotzur forderte deshalb, dass es in der Sondersitzung sachlich und konstruktiv zugehen solle. Es gehe um das Bad und die Prioritätenliste und nicht darum, wer „der bessere Planer, der bessere Koordinator oder der bessere Oberbürgermeister ist“, sagte er und fügte hinzu: „Was man gemeinsam sachlich erreichen kann, sieht man am sanierten Waldbad in Grillenberg.“

Das ist vor wenigen Tagen eingeweiht worden. Die Fraktionen sollten deshalb Strauß mit Vorschlägen für das Stadtbad unterstützen. Der hat am 5. September einen Termin beim Fördermittelgeber in Berlin, wo er das Umbauvorhaben vorstellen soll.

Strauß kündigte an, die Stadtverwaltung werde selbst keine Prioritätenliste vorlegen: „Ich handele im Sinne des letzten Ratsbeschlusses.“

Wasserfläche verkleinert

Anfang Juni hatte das Gremium auf Vorschlag der CDU entschieden, dass es einen Architektenwettbewerb für das Bad geben soll. Geplant ist, mit dessen Hilfe die endgültige Gestaltung zu finden.

Bislang gibt es für den Wettbewerb folgende vage Vorgaben: Das Bad soll über einen Kleinkind-, Nichtschwimmer- und Sprungbereich sowie ein Wettkampfschwimmbecken verfügen, die aber alle nicht näher definiert sind.

Außerdem dürfen die Investitions- und Betriebskosten des sanierten Bades die der bislang vorliegenden kleinen Beckenvariante mit 800 Quadratmetern Wasserfläche, die der Badbetreiber KBS vorgeschlagen hatte, nicht wesentlich überschreiten.

Stadtbad in roten Zahlen

Deren Baukosten hatten die Planer mit etwa 4,3 Millionen Euro angegeben. Die jährlichen Verluste des sanierten Bades mit 800 Quadratmetern Wasserfläche würden nach ihren Berechnungen 215.000 Euro betragen.

Bisher hat das Stadtbad 1.700 Quadratmeter Wasserfläche. Es verfügt auch über fast 50 Meter lange Schwimmerbahnen, die in der gesamten Südharzregion einmalig sind.

Strauß bat die Fraktionen nun, selbst Vorschläge zu erarbeiten und sich vorzubereiten. Unklar ist, wann die Sonderratssitzung stattfinden wird. Einen Termin dafür gibt es noch nicht. (mz)