Schmied- oder Genscherplatz?

Schmied- oder Genscherplatz?: Streit über Ehrung in Sangerhausen hält an

Sangerhausen - Der 61-Jährige, der den namenlosen Platz an der Friedrich-Schmidt-Straße, nach dem Sangerhäuser Kunstmaler Wilhelm Schmied benennen will, hat seine Unterschriftenlisten in vier Geschäften und Einrichtungen in der Kreisstadt ausgelegt.

Von Frank Schedwill

Der Sangerhäuser Hans-Christoph Schneider lässt nicht locker. Der 61-Jährige, der den namenlosen Platz an der Friedrich-Schmidt-Straße, nach dem Sangerhäuser Kunstmaler Wilhelm Schmied benennen will, hat seine Unterschriftenlisten in vier Geschäften und Einrichtungen in der Kreisstadt ausgelegt: Da sind das Optikgeschäft Ermisch in der Schmidtstraße, die Barbarossa-Apotheke in der Göpenstraße, die Fleischerei Hucke in der Kylischen Straße und die Physiotherapie GbR in der Karl-Liebknecht-Straße 64. Wie viele Bürger bereits unterschrieben haben, konnte Schneider noch nicht sagen: „Ich bin aber guter Dinge, dass die Anzahl überzeugen wird.“

Die FDP hatte dagegen vorgeschlagen, den Platz, der gerade umgestaltet wird, nach dem früheren Außenminister Hans-Dietrich Genscher zu benennen. Damit soll dessen Lebenswerk geehrt werden.

In der MZ-Redaktion gingen in den vergangenen Tagen eine ganze Reihe Briefe ein, deren Absender sich mehrheitlich für Schmied aussprechen. „Herr Genscher hat große Verdienste erworben, die aber bereits in Deutschland ausreichend gewürdigt wurden“, schreibt beispielsweise Hans-Joachim Kuhnt. Rainer Mühlhausen erinnert an persönliche Erlebnisse mit Schmied: „Mit ihm hatten wir im Malzirkel des Thomas-Münzer-Schachts einen freundlichen und kompetenten Lehrer, der uns in seinem alten Atelier an der Schmidtstraße die Grundlagen der Grafik und Malerei beibrachte. Ich kann mich noch gut erinnern, das im alten Atelier einige bedeutende Bilder des Meisters entstanden sind. Interessant fand ich auch das Wandbild an Schmieds Haus, das Bauerkrieger zeigte. Vielleicht könnte eine verkleinerte Kopie an einem der angrenzenden Gebäude des Platzes angebracht werden.“

Dann wäre sofort ein Bezug zu Schmied erkennbar, so Mühlhausen. Um Genscher zu ehren, schlägt er vor, den Parkplatz Marktsüdseite nach ihm zu benennen. (mz)