Sangerhäuser Spengler-Museum

Sangerhäuser Spengler-Museum: Sonderausstellung zur Goldenen Aue

Sangerhausen - Was ist ein Kuhkranz und wozu wurde er benutzt? Mit dieser Hausaufgabe verließen die Besucher am Samstagnachmittag das Spengler-Museum in Sangerhausen. Der aus vielen kleinen Holzteilen zusammengesteckte Gegenstand in der Vitrine gibt Monika Frohriep, der wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Museums, ein Rätsel auf. Vielleicht kann es mit Hilfe der Ausstellungsbesucher gelöst ...

Von Steffi Rohland

Was ist ein Kuhkranz und wozu wurde er benutzt? Mit dieser Hausaufgabe verließen die Besucher am Samstagnachmittag das Spengler-Museum in Sangerhausen. Der aus vielen kleinen Holzteilen zusammengesteckte Gegenstand in der Vitrine gibt Monika Frohriep, der wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Museums, ein Rätsel auf. Vielleicht kann es mit Hilfe der Ausstellungsbesucher gelöst werden.

Das Thema des diesjährigen Museumstages hat Frohriep zu der Sonderausstellung „Die Goldene Aue - Bilder und Texte einer alten Kulturlandschaft“ inspiriert. Offensichtlich hatte sie damit auch den Nerv der vielen Museumsbesucher getroffen, die zur Ausstellungseröffnung gekommen waren. „Eine sehr schöne Ausstellung“, lobte Hildrun Hauthal nach ihrem ersten Eindruck. Basis sind Fotografien, Gemälde und Graphiken, darunter Werke von Adolf Spengler jun. (1900-1993) und Wilhelm Schmied (1910-1984). Diese hat Monika Frohriep mit Auszügen aus Chroniken oder zeitgemäßen Erläuterungen ergänzt. Die Fotos und die Gegenstände in den Vitrinen geben einen Einblick in das Leben und die Arbeitswelt in der Goldenen Aue. So wird das breite Spektrum der Kulturlandschaft nachgezeichnet, die vor 300 Jahren vom Dietersdorfer Pfarrer Johann Conrad Kranoldt (1692-1779) in seiner Chronik „Merkwürdigkeiten der Güldenen Aue…“ als fruchtbare und landschaftlich reizvolle Gegend beschrieben wird. Mit einer Legende, einem Gedicht und mehreren Ausschnitten aus der Kranoldtschen Chronik nimmt Monika Frohriep die Besucher mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Voraussetzung für die Besiedlung und die Fruchtbarkeit der Landschaft ist die Regulierung der Helme.

Besonders interessant ist dabei eine ausgestellte Denkschrift mit Karte über die Pläne zur Regulierung der Helme aus dem Jahr 1858. Das Druckwerk stammt aus dem Bestand des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Sangerhausen, dem Vorgänger des heutigen Sangerhäuser Geschichtsvereins. Aus seinen Sammlungsbeständen kommen auch die in den Vitrinen ausgelegten Gegenstände, wie Flachshecheln oder Schnitterwerkzeuge. „Den jüngeren Besuchern werden die Flachshecheln wie kleine Fakirbretter vorkommen“, sagt Monika Frohriep schmunzelnd. „Viele gezeigten Gegenstände werden für sie ganz neu sein.“ Den älteren Besuchern dienten sie als Stichwortgeber. Denn viele hatten in ihrer Jugend in der Landwirtschaft ihre Erfahrungen gemacht. (mz)