Stadtrat stimmt zu

Sangerhausen will Fair-Trade-Stadt werden

Von Joel Stubert
Der Marktplatz in Sangerhausen
Der Marktplatz in Sangerhausen (Foto: imago images / Panthermedia)

Sangerhausen/MZ - Über 750 Städte in Deutschland tragen bereits den Titel Fair-Trade-Stadt. Sangerhausen möchte gerne dazugehören. Einen Anfang hat Sangerhausen durch einen entsprechenden Stadtratbeschluss bereits gemacht. „Der nächste Schritt ist die Gründung einer Steuerungsgruppe, die den Fairen Handel in unserer Heimat unterstützt und zugleich die Vernetzung zwischen Stadt, Unternehmen und Zivilgesellschaft in diesem Bereich fördern soll“, sagt Stadtratsmitglied Norbert Jung (Grüne).

Am Montag, 20. September, 18 Uhr, findet im Ratskeller Sangerhausen (Markt 1) ein erstes Treffen zur Bildung dieser Steuerungsgruppe statt. Bereits am Dienstag soll es dazu einen Infostand auf dem Marktplatz in Sangerhausen geben. Die Steuerungsgruppe koordiniert die Aktivitäten vor Ort und besteht aus Mitgliedern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Andere Teilnehmer seien auch willkommen, so Jung.

Verpflichtung zur Unterstützung von Fairem Handel

Fair-Trade-Stadt zu sein, hat keinen messbaren finanziellen Wert. Vielmehr verpflichten sich die Städte, den Fairen Handel zu unterstützen, indem in den lokalen Einzelhandelsgeschäften, Floristen, Cafés oder auch Restaurants mindestens zwei Produkte angeboten werden, die aus fairem Handel stammen. Aber auch öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Vereine und Kirchen-/Glaubensgemeinden sollen sich über fairen Handel informieren und dessen Produkte anbieten. „Die Mindestanforderung für Sangerhausen ist die Durchführung je einer Aktion innerhalb von zwölf Monaten an einer Schule, mit einem Verein und in einer Glaubensgemeinschaft“, sagt Jung.

In Sachsen-Anhalt sind bisher Magdeburg, Halle, Wernigerode und Wittenberg Fair-Trade-Städte. Im Landkreis beobachten Hettstedt, Mansfeld und Eisleben die Entwicklung in Sangerhausen und erwägen ebenfalls eine Beteiligung.

Neben Jung engagieren sich in Kristian Cierpka-Reisch, dem Fair-Trade-Stadt-Beauftragen der Stadtverwaltung, Andreas Sonntag vom Verein Nangadef sowie Anke Scholz vom Eine-Welt-Netzwerk Sachsen-Anhalt noch weitere Personen für die Umsetzung.