Sangerhausen

Sangerhausen: Frei zugängliches WLAN bis zum Sachsen-Anhalt-Tag

Sangerhausen - Die Errichtung eines frei zugänglichen Internetnetzwerkes für die Kreisstadt rückt in greifbare Nähe. „Wir werden Anfang Juni mit dem Aufbau in Sangerhausen beginnen“, kündigte Thomas Warnecke von der Initiative Freifunk Harz an. Ende dieser Woche solle es ein Treffen mit der Stadt geben. Dabei sollen letzte Details abgesprochen werden. Geplant ist, dass das Netz mit kostenlosen Internetverbindungen, sogenannten WLAN-Knotenpunkten, bis zum Sachsen-Anhalt-Tag in der Kreisstadt ...

Von Karl-Heinz Klarner 19.05.2016, 09:41

Die Errichtung eines frei zugänglichen Internetnetzwerkes für die Kreisstadt rückt in greifbare Nähe. „Wir werden Anfang Juni mit dem Aufbau in Sangerhausen beginnen“, kündigte Thomas Warnecke von der Initiative Freifunk Harz an. Ende dieser Woche solle es ein Treffen mit der Stadt geben. Dabei sollen letzte Details abgesprochen werden. Geplant ist, dass das Netz mit kostenlosen Internetverbindungen, sogenannten WLAN-Knotenpunkten, bis zum Sachsen-Anhalt-Tag in der Kreisstadt steht.

Neues Gesetz soll im Herbst in Kraft treten

Unterdessen wird die angekündigte Gesetzesänderung auf Bundesebene und der damit verbundene Wegfall der so genannten Störerhaftung durch die Freifunker begrüßt. „Damit wird unser Netzwerk deutlich schneller“, sagte Warnecke. Tritt das neue Gesetz wie geplant im Herbst in Kraft, entfällt der Datentransfer aus Sangerhausen über Server in Schweden zurück zum Nutzer. Darüber hinaus wurden alle Verbindungen zusätzlich über sogenannte VPN-Tunnel verschlüsselt übertragen. Dadurch sei ebenfalls keine Identifizierung des Routerbetreibers möglich, versprechen die Freifunker. Damit hatte man bislang die Haftung umgangen.

Deutschland hinkt hinterher

Unter Störerhaftung versteht man das Prinzip, dass ein Anbieter von einem WLAN-Hotspot für mögliche Vergehen seiner Nutzer unter Umständen haften muss, etwa beim illegalen Kopieren von Filmen oder Musik. Die Haftung gilt auch als Hauptgrund dafür, dass es in Deutschland bislang weniger frei zugängliche WLAN-Netze gibt als in vielen anderen Ländern.

Knoten werden eingerichtet

Für Sangerhausen könnte sich das nun ändern. Zunächst sollen in der Stadt sogenannte Knoten eingerichtet werden, die sich dann zu einem Netz verbinden. Die Kosten für einen dieser Knoten liegen laut Warnecke zwischen 25 und 50 Euro. Einzelhändler, Gewerbetreibende und auch Privatleute können ihre Anschlüsse der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Denn durch den Router werde das private Netz vom öffentlichen Freifunknetz getrennt. Daran ändert auch die Gesetzesnovelle nichts. Schließlich sei es von Vorteil, die beiden Netze zu trennen. So bleibe auf jeden Fall der heimische Rechner vor fremden Zugriffen besser geschützt.

Zudem könnten Freifunker deutschlandweit auf die Freifunknetze zugreifen, ohne erst wieder umständlich einen neuen Zugang zu generieren. Nach dem Einbau des zusätzlichen Routers können alle internetfähigen Endgeräte wie Smartphones oder Tablet-Computer im Umkreis von 20 bis 50, bei Außenanbringung sogar bis zu 200 Meter, damit verbunden werden.

Über 22 000 frei zugängliche Freifunk-Knoten

In Sachsen-Anhalt gibt es Freifunk an über 450 Zugangspunkten in der Altmark, im Harz und den Regionen Halle und Magdeburg. Die Nutzung ist frei von Registrierung. Aktuell gibt es über 22 000 frei zugängliche Freifunk-Knoten in über 220 Städten und Gemeinden in Deutschland. (mz)