Panne beim Schülertransport

Panne beim Schülertransport: Fahrer setzt Mädchen aus

Augsdorf/MZ. - Der Fahrer des Pkw, der zwei Thondorfer und drei Augsdorfer Schüler nach Hause bringen sollte, hatte zu spät bemerkt, dass fünf Kinder eingestiegen waren. Da er nur vier beför-dern darf, verlangte er, dass eins aussteigt und am Straßenrand wartet, bis er aus Thondorf wieder zurück ist. Das war kurz hinter dem Ortsausgang von Hettstedt. "Wegen euch setze ich doch nicht meine Fahrerlaubnis aufs Spiel", soll er gesagt haben. Und da keines der Augsdorfer Mädchen allein aussteigen wollte, kletterten alle drei aus dem ...

Von Burkhard Zemlin 10.09.2001, 16:24

Der Fahrer des Pkw, der zwei Thondorfer und drei Augsdorfer Schüler nach Hause bringen sollte, hatte zu spät bemerkt, dass fünf Kinder eingestiegen waren. Da er nur vier beför-dern darf, verlangte er, dass eins aussteigt und am Straßenrand wartet, bis er aus Thondorf wieder zurück ist. Das war kurz hinter dem Ortsausgang von Hettstedt. "Wegen euch setze ich doch nicht meine Fahrerlaubnis aufs Spiel", soll er gesagt haben. Und da keines der Augsdorfer Mädchen allein aussteigen wollte, kletterten alle drei aus dem Auto.

Der Zufall wollte es, dass kurz darauf Harry Gebhardt mit seinem Auto vorbeikam, der Großvater eines der Mädchen. Dieser hielt an und nahm die Kinder mit. Die Mädchen sträubten sich zwar und sagten, dass sie auf ihren Fahrer warten müssen, doch Gebhardt ließ sich darauf nicht ein.

Der Vorfall machte im Ort schnell die Runde und sorgte für Wirbel. Die Sache drang bis zu Bertold Tellbrunn, den Leiter des Schulverwaltungsamtes, der von einem "eindeutigem Fehlverhalten" des Fahrers sprach. "Wir haben mit dem Unternehmen gesprochen", Der Chef des in Mansfeld beheimateten Busunternehmens bestätigte den Vorfall und ging mit dem Fahrer hart ins Gericht. "So etwas darf nicht passieren", sagte er der MZ.

Elternvertreterin Ina Klimpke hat unterdessen an den Schulausschuss des Kreistages und an Landrat Hans-Peter Sommer geschrieben, um sich zu beschweren. In dem Brief ist von "unhaltbaren Mängeln" im Schülertransport die Rede. Das Aussetzen der Schüler auf freier Strecke wurde als "vorläufiger Höhepunkt" einer Reihe von Unzulänglichkeiten genannt. Ein Mangel sei beispielsweise, dass die Hübitzer Kinder jeden Morgen bei Wind und Wetter an der Straße stehen, um auf die Linie nach Hettstedt zu warten, weil dort eine Wartehalle fehlt.

Als problematisch wird auch angesehen, dass Pkw-Fahrer, die Schüler aus Hettstedt abholen, häufig wechseln würden und sich nicht legitimieren. "Theoretisch kann sich jeder mit seinem Auto als Schülertransport ausgeben", sorgt sich Ina Klimpke. Ihre Aussage, dass Schüler mit Pkw transportiert werden, will der Inhaber des Busunternehmens so nicht stehen lassen. Denn normalerweise würden Omnibusse eingesetzt. Dass mehr als einmal ein Pkw die Schüler von Hettstedt nach Augsdorf gebracht hat, wollte er allerdings nicht völlig ausschließen.