Giftiger Bärenklau

Giftiger Bärenklau : Ordnungsamt beseitigt Pflanzen bei Riestedt

Sangerhausen - Giftpflanze auch im Biosphärenreservat Südharz wieder aufgetaucht.

Von Karl-Heinz Klarner

Nach der Beschwerde über das vermehrte Auftreten von giftigem Riesenbärenklau im Sangerhäuser Ortsteil Riestedt hat das Ordnungsamt der Kreisstadt reagiert. Pflanzen, die auf städtischen Grundstücken zu finden waren, wurden und werden beseitigt. Das erklärte Mario Bößenroth, Fachdienstleiter des Ordnungsamtes, auf Nachfrage der MZ.

Berührungen mit Riesenbärenklau können für Menschen gesundheitsschädigend sein

Anwohner hatten befürchtet, dass der Samen der Pflanzen ausfällt und diese sich wieder unkontrolliert ausbreiten können und zur Gefahr für den Menschen werden. Berührungen mit dem Riesenbärenklau können zu äußerst schmerzhaften Quaddeln und Blasen führen, die nur schwer heilen. Im Volksmund wird die Staude aufgrund ihres Herkunftslandes Russland auch „Stalins Rache“ genannt. Sie gehört zu den so genannten Neophyten, also Pflanzen, die nicht in die hiesige Region gehören.

Unterdessen ist die Staude trotz umfassender Bekämpfung im vergangenen Jahr erneut im Biosphärenreservat Südharz auf dem Vormarsch. „An einigen Stellen ist der Riesenbärenklau wieder zu finden“, sagte Reservatsmitarbeiter Armin Hoch. Er hofft nun auf eine kontinuierliche Bekämpfung. „Das ist zwar aufwendig und kostenintensiv, aber gerade entlang von Bachläufen besteht die Gefahr, dass sich die Pflanze schnell weiter ausbreitet“, machte Hoch auf das Problem aufmerksam.

Koordinierungsstelle Invasive Neophyten will langfristige Lösungsansätze zur Bekämpfung des Bärenklaus finden

Dennoch sieht die Untere Naturschutzbehörde aktuell keinen Handlungsbedarf. So seien aktuell keine Sofortmaßnahmen zum Entfernen der Pflanzen geplant. Der Aufwand führe nicht zur Eindämmung der weiteren Verbreitung, begründete die Pressestelle der Kreisverwaltung die defensive Haltung.

Vielmehr stehe man in engem Kontakt mit der Koordinierungsstelle Invasive Neophyten, um langfristige Lösungsansätze zu finden, die eine Verbreitung der Pflanzen verhindern, hieß es. In Sachsen-Anhalt ist der Umgang mit dem Riesenbärenklau nicht geregelt. Bei Gefahr sind die Eigentümer der Grundstücke zuständig, auf denen die Pflanze wächst. (mz)