Gestopptes Projekt startet wieder

Gestopptes Projekt startet wieder: Nach Panne neue Anzüge gegen giftigen Bärenklau

Sangerhausen - Nach der Panne mit acht Verletzten bei der Beseitigung des Riesenbärenklaus in der Region Roßla erhalten die Arbeiter neue Schutzanzüge in einer höheren Güteklasse.

Von Karl-Heinz Klarner 27.06.2018, 18:35

Nach der Panne mit acht Verletzten bei der Beseitigung des Riesenbärenklaus in der Region Roßla erhalten die Arbeiter neue Schutzanzüge in einer höheren Güteklasse. Das kündigte am Mittwoch Annette Müller, Chefin des Jobcenters Mansfeld-Südharz, als erste Konsequenz aus dem Vorfall an.

Im Gesicht verletzt

Wie berichtet, hatten sich die Frauen und Männer beim Ausgraben der giftigen Staude Verbrennungen der Haut zugezogen und krank gemeldet. Bei den Arbeiten trugen sie Maleranzüge, die offensichtlich nicht ausreichend Schutz bieten.

„Drei der Arbeiter wurden zudem im Gesicht verletzt, vermutlich als sie sich den Schweiß abgewischt haben“, sagte Müller. Die Betroffenen seien auf dem Weg der Genesung. „Wir bedauern das außerordentlich, dass das überhaupt passieren konnte“, sagte Müller. Ob daraus bleibende Schäden erwachsen, konnte sie noch nicht sagen.

Entschädigung für schwere Arbeit auf 2,50 Euro angehoben

Dessen ungeachtet sollen die Arbeiten am Donnerstag wieder aufgenommen werden. Die Arbeitslosen erhielten aufgrund der Schwere der Arbeit bislang zwei Euro für den sogenannten Ein-Euro-Job. Die Entschädigung wurde jetzt auf 2,50 Euro angehoben.

Das Jobcenter, das Träger des Pilotprojektes des Landes Sachsen-Anhalt ist, hatte erst durch eine Nachfrage der MZ von dem Vorfall erfahren und die laufenden Arbeiten angesichts der Gesundheitsrisiken für die Beschäftigten sofort gestoppt. Müller kündigte ferner eine Untersuchung beim Träger der Maßnahme, der Gesellschaft für Sanierung und Gesamtstrukturentwicklung Mansfelder Land (GSG) in Helbra, an. Die Gesellschaft hatte den Zuschlag für die Arbeiten erhalten. „Das Unternehmen ist auch für die Einhaltung des Arbeitsschutzes zuständig“, machte Müller deutlich.

Ausbreitung des Bärenklaus eindämmen

Demnach sollen in dem auf drei Jahre angelegten Modellprojekt 32 Langzeitarbeitslose in vier Trupps die Ausbreitung der Pflanze im Landkreis Mansfeld-Südharz eindämmen und nach Möglichkeit sogar stoppen. Der Riesenbärenklau, auch bekannt als Herkulesstaude oder „Stalins Rache“, ist ein Neophyt, sprich eine Pflanze, die aus dem Kaukasus. Das Problem: Wo der Riesenbärenklau wächst, ist kein Platz für andere Pflanzen.  (mz)