Gerolf und Gisela Hinz

Gerolf und Gisela Hinz: Mit Hallorenkugeln im Wohnwagen geht es Richtung Sahara

Obersdorf - Die Obersdorfer sind wieder auf dem Weg zum Überwintern in den warmen Süden.

Von Grit Pommer 27.10.2017, 18:00

Sie sind wieder unterwegs: Gerolf und Gisela Hinz aus Obersdorf haben sich auf den Weg gemacht, um im warmen Süden zu überwintern. Der zum robust-spartanischen Wohnmobil umgebaute MAN wird in den kommenden Monaten ihr rollendes Zuhause sein. Vor wenigen Tagen  waren sie bereits in Frankreich.

Gerolf und Gisela Hinz zieht es auch dieses Jahr in Richtung Atlantikküste der Westsahara

Wie es weiter geht? Mal sehen. „Wenn das Wetter weiter so schön ist, bleiben wir diesmal vielleicht länger in Südfrankreich oder Spanien und unternehmen in den Pyrenäen noch ein paar Touren mit dem Motorroller“, sagt Gerolf Hinz. „Dort gibt es ein paar schöne Strecken, die sind für alles über 2,8 Tonnen gesperrt.“

Nur die grobe Richtung steht fest: Es soll wie in den Jahren zuvor an die Atlantikküste der Westsahara gehen. „Wir müssen ja Fisch eintauschen“, sagt der 74-Jährige und lacht. Die eingefrosteten Filets, die sie von der letzten Überwinterung mit nach Hause gebracht haben, reichten bis September - bei drei Fischmahlzeiten in der Woche.

Reiselustige Obersdorfer Gerolf und Gisela Hinz haben keine Sicherheitsbedenken

Sicherheitsbedenken haben die reiselustigen Wahl-Obersdorfer nach wie vor nicht. Zwar warnt das Auswärtige Amt: „Von Fahrten in und durch das völkerrechtlich umstrittene Gebiet der Westsahara wird dringend abgeraten.“ Aber Gerolf Hinz winkt ab. Die beiden sind in jenem Teil unterwegs, der von Marokko kontrolliert wird. Militär, Marine und Polizei seien dort ständig unterwegs und würden dafür sorgen, dass Touristen nichts passiert.

Auch Leuten, die der Frente Polisario nahestehen, einer Gruppierung, die für einen unabhängigen Staat auf dem gesamten Territorium der Westsahara kämpft, sind Hinzes schon begegnet. „Das sind ganz nette, liebe Menschen“, meint Gerolf Hinz. Probleme habe es mit ihnen nie gegeben. Mehr Sorgen machen ihm da die Berichte über die wachsende Kriminalität auf europäischen Rastplätzen. Zum Glück wurde ihr MAN noch nie aufgebrochen.

Im vergangenen Jahr waren die beiden Obersdorfer erst Anfang Dezember gestartet, weil sie zu Hause noch ihre Goldene Hochzeit feiern wollten. Diesmal ging es schon Mitte Oktober los - den Termin für den Start setzte die ADAC-Geländefahrt in der Eifel.

Gerolf und Gisela Hinz haben viele Gastgeschenke im Gepäck, darunter Hallorenkugeln

Als langjährige Streckenposten des Automobilclubs waren die beiden Obersdorfer als ehrenamtliche Helfer dabei. Danach ging es nach Luxemburg, wo das Fahrzeug voll getankt wurde, und weiter nach Frankreich.

Im Gepäck haben sie wieder jede Menge Gastgeschenke und Tauschwaren, die sie bei den Fischern am Atlantik gegen den frischen Fang einwechseln werden. Rotwein steht ganz gut im Kurs, weiß Gerolf Hinz.

Aber auch Hallorenkugeln sind in Nordwestafrika der Renner. Etliche Päckchen der süßen Pralinen sind in diesem Jahr mit unterwegs in Richtung Süden. Und auch eine Weihnachtsstolle für den Eigenbedarf. Wo die Hinzes das Fest verbringen werden ist aber noch völlig offen. Sie leben entspannt den Augenblick und bleiben einfach länger, wo es ihnen gerade gefällt.

Einen festen Termin gibt es nur für ihre Rückkehr: Am 15. Mai nächsten Jahres wollen sie auf dem Nürburgring sein, als Streckenposten beim ADAC-Rennen. (mz)