„Ich musste die Kinder irgendwann stoppen“

Kinder der Kita Sonnenkäfer werden zu Umwelthelden

Kinder und ihre Erzieherin Anja Kuhnt der Kita ?Sonnenkäfer? in Querfurt haben ein Projekt zum Thema Müll durchgeführt. Foto: Kita Sonnenkäfer

Querfurt - „Wir sind die Forscherkinder“, stellt die fünfjährige Jonna aus der Kita „Sonnenkäfer“ in Querfurt gleich bei der Begrüßung klar. Über das Projekt, für das die Mädchen und Jungen zuletzt Untersuchungen und Forschungen durchgeführt haben, geben sie und die anderen Kinder auch direkt Auskunft.

Kleine Umwelthelden: Kinder sammeln Müll und lernen dabei über die Umwelt

„Wir haben Müll gesammelt, in der Gegend, im Gebüsch und im Gras.“ Es sei ganz schön viel Müll gewesen, den sie dabei gefunden haben, erzählen die Fünfjährigen, die jetzt außerdem schon ganz viel über Müll wissen - zum Beispiel, dass Plastik in die gelbe Tonne kommt und Papier in die blaue.

Erzieherin Anja Kuhnt hätte selbst nicht gedacht, dass sich aus der Idee, mit ihrer Gruppe einmal Müll in der Umgebung sammeln zu gehen, ein mehrwöchiges Projekt mit verschiedenen Angeboten entwickelt. „Die Kinder waren wissbegierig. Sie sind immer wieder selbst auf neue Ideen gekommen“, erzählt die Erzieherin, die darauf gerne eingegangen ist.

Beim Müllsammeln in der Gegend haben Kinder zwei große Touren durch Querfurt-Süd gemacht

So habe sie beispielsweise von den Eltern sauberen Müll mitbringen lassen, um daraus dann mit den Kindern ein Müllmonster zu basteln. Das Buch „Wir schützen unsere Umwelt“ schauten sie sich gemeinsam an oder schöpften Papier aus Altpapier und machten daraus Geschenke. Es stand jeden Tag etwas anderes auf dem Programm, sagt Anja Kuhnt.

Beim Müllsammeln in der Gegend haben sie und die Kinder zwei große Touren durch Querfurt-Süd gemacht. Das hat bei den anderen Gruppen der Kita so viel Aufmerksamkeit bekommen, dass auch diese sich beteiligten. „Da ist dann das ganze Haus losgezogen, aber jede Gruppe in eine andere Richtung“, berichtet Kita-Leiterin Anja Jammermann.

Viel Müll in Querfurt: „Ganz viel Plastik. Das hat mich echt erstaunt“

Dass aufgrund der zu findenden Menge kleine Eimer und ein paar Tüten zum Sammeln nicht ausreichen, musste Erzieherin Anja Kuhnt bei der ersten Tour mit den Kindern leider feststellen. „Ich musste die Kinder irgendwann stoppen“, erzählt sie.

Für die zweite Runde besorgte sie größere Eimer. „Auch die waren dann am Ende voll.“ Es sei für sie überraschend gewesen, wie viel Müll rumliegt, sagt Anja Kuhnt. „Ganz viel Plastik. Das hat mich echt erstaunt.“ Die Hausmeister in der Kita haben den eingesammelten Müll entsorgt. „Wahnsinn, was zusammen gekommen ist“, meint Leiterin Anja Jammermann und verweist dabei auf die Gruppe „Waldfüchse“.

Einmal im Monat um die Kita herum Müll zu sammeln

Diese hat in einem Wäldchen in der Nähe „aufgeräumt“. Die Kinder, die traurig waren, wie es dort aussah, konnten gar nicht alles tragen, was sie gefunden haben. Neben Hausmüll unter anderem Matratzen, Maschendraht und Campingstühle. Um das Wäldchen sauber zu machen, sei Hilfe von vielen erwachsenen Leuten notwendig.

Anja Kuhnt und die Forscherkinder haben sich zum Ziel gesetzt, einmal im Monat um die Kita herum Müll zu sammeln. „Wir bleiben an dem Thema dran“, versichert Leiterin Anja Jammermann und erklärt, dass zum Beispiel auch in der Einrichtung die Mülltrennung noch verstärkter angewendet werden soll. „Wir als Erzieher haben eine Vorbildfunktion.“ (mz/Anke Losack)