Zisternen in fast allen Orten

Immer mehr Wetterkapriolen - So soll die Feuerwehr in Querfurt fit gemacht werden

Welche Schwerpunkte die Stadt Querfurt in der Investitionsplanung für die Feuerwehr bis zum Jahr 2030 gesetzt hat.

Von Anke Losack
Feuerwehreinsatz - Symbolbild
Feuerwehreinsatz - Symbolbild (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Querfurt/MZ - Die Stadt Querfurt plant, bis zum Jahr 2030 rund 4,2 Millionen Euro in ihre Ortsfeuerwehren zu investieren. Dazu kämen noch die Aufwendungen von rund einer halben Million Euro pro Jahr, erklärt Bürgermeister Andreas Nette (parteilos) und fügt hinzu: „Also fast zehn Millionen Euro fließen in den nächsten zehn Jahren in die Feuerwehren der Stadt.“

Grundlage für die vorgesehenen Investitionen ist die Risikoanalyse und Brandschutzbedarfsplanung. Die Schwerpunkte hat Querfurt bei der Fahrzeugausstattung, der Alarmierung, bei Umbauten in Feuerwehrgerätehäusern und bei der Löschwassergrundsicherung gesetzt. Für viele der geplanten Anschaffungen wird die Stadt, in der nach wie vor eine angespannte Finanzlage herrscht, versuchen, Fördergelder zu bekommen. Eine Zusage hat sie beispielsweise bereits dafür, ein Spezialfahrzeug zur Vegetationsbrandbekämpfung anzuschaffen.

Wetterkapriolen immer extremer und in immer kürzerer Folge

Rund 360.000 Euro kostet es, die Stadt muss sich mit 12,5 Prozent beteiligen. Noch in diesem Jahr soll das neue Fahrzeug an die Querfurter Feuerwehr ausgeliefert werden. Dieser Tanklöschwagen und viele weitere der geplanten Investitionen sind nach Worten von Andreas Nette auch Reaktionen auf geänderte Verhältnisse. „Wir sehen, dass die Wetterkapriolen immer extremer werden und in immer kürzerer Folge kommen. Darauf müssen wir uns auch im Brand- und Bevölkerungsschutz einstellen“, sagt er und erinnert an Starkregenereignisse in der Region, die Schneemassen im Februar dieses Jahres und die Trockensommer der vergangenen Jahre.

Letztere hat die Stadt unter anderem dazu bewogen, das Thema Löschwassergrundsicherung mit ganz oben auf die Prioritätenliste zu setzen. So ist sukzessive in den nächsten Jahren in den Ortsteilen der Bau von Zisternen vorgesehen. Rund 70.000 Euro pro Löschwasserentnahmestelle sind veranschlagt. Laut dem Zehn-Jahres-Plan soll in diesem Jahr Grockstädt eine Zisterne bekommen, in den Folgejahren dann Vitzenburg, Zingst, Ziegelroda, Oberschmon, Pretitz, Niederschmon, Gatterstädt, Kleineichstädt sowie Lodersleben und Liederstädt.

Spezialfahrzeug für die Vegetationsbrandbekämpfung

Auch mit der Fahrzeugtechnik müsse man sich anpassen, so Nette. Ein weiteres Spezialfahrzeug für die Vegetationsbrandbekämpfung soll die Feuerwehr Ziegelroda im Jahr 2025 erhalten. Geschätzte Kosten: 150.000 Euro. Darüber hinaus sind Anschaffungen von neuen Tanklöschfahrzeugen für die Feuerwehren Oberschmon (im Jahr 2023), Spielberg (2027) und Weißenschirmbach (2030) vorgesehen. Jedes steht mit circa 330.000 Euro zu Buche.

Über eine Million Euro will die Stadt für Umbau und Sanierung in Feuerwehrgerätehäuser stecken. Außerdem steht in Querfurt das Thema Alarmierung auf der Agenda. In der Kernstadt gibt es keine Sirenen. Schon bevor es zur Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz kam, „haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir die Bevölkerung der Stadt Querfurt warnen können“, erklärt Stadtwehrleiter Enrico Zeugner. Im nächsten Jahr sollen nun für insgesamt rund 60.000 Euro sechs Sirenen in der Kernstadt installiert werden.

„Die Zahlen der Investitionsplanung ergeben sich aus den zukünftigen Schwerpunkten und Erfordernissen“, erklärt der Bürgermeister und betont, dass das Thema Feuerwehr in der Verwaltung und im Stadtrat immer aktuell sei. Zwischen ihnen und den einzelnen Wehren der Stadt gebe es ein gemeinsames Agieren. „Das ist ein großer Wert, den wir haben und wir müssen uns ihn immer wieder bewusst machen.“ Denn solch ein Zusammenspiel und Miteinander, wie bei den Feuerwehren der Stadt vorherrsche, sei nicht selbstverständlich. Nette verweist auf ein Sprichwort: „Einigkeit baut Häuser, Zwietracht reißt sie wieder ein.“