Zweckverband Ostharz

Zweckverband Ostharz: Keine Klarheit bei der Abwasserbeseitigung

Quedlinburg - Zweckverband Ostharz lässt externe Gutachten zu wirtschaftlichen Entsorgungsvarianten in sechs Ortsteilen erstellen.

Von Detlef Horenburg 07.07.2017, 05:55

Wie soll die Abwasserbeseitigung in Morgenrot, Münchenhof, Altenbrak, Treseburg, Friedrichsbrunn und Silberhütte einmal erfolgen - dezentral über eigne Kläranlagen oder zentral über Klärwerke?

„Die Frage ist nach wie vor ungeklärt“, sagte Lutz Günther, Geschäftsführer des Zweckverbandes Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Ostharz (ZVO) zur Verbandsversammlung.

Zum Konzept noch keine Einigung erzielt

Zwar habe der Verband ein Abwasserbeseitigungskonzept erarbeitet, jedoch sei über die Art und Weise der Entsorgung in diesen Ortsteilen mit der Unteren Wasserbehörde als Genehmigungsbehörde noch keine Einigung erzielt worden.

Während der Verband aus Gründen der Wirtschaftlichkeit auf dezentrale Lösungen setzt, will die Landkreis-Wasserbehörde eine zentrale Entsorgungslösung.

Das Konzept beinhaltet eine Art Fahrplan, welche Orte und Ortsteile wann eine zentrale Abwasserentsorgung und welche eine dezentrale durch Kleinkläranlagen erhalten sollen.

„Ich hatte jetzt mit dem Leiter der Umweltbehörde ein Gespräch dazu, und er setzt auf eine Kompromisslösung“, erklärte der Geschäftsführer. Für die restlichen Orte wurde das Konzept durch die Wasserbehörde bestätigt.

Grundstücke sollten nicht ausgeschlossen werden

Was sind nun die konkreten Konfliktfelder? Für Friedrichsbrunn wird im Wesentlichen bemängelt, dass Grundstücke in der zweiten oder dritten Reihe von der Hauptstraße kein Grund dafür seien, eine zentrale schmutzwassertechnische Erschließung der betroffenen Grundstücke auszuschließen, wie es der ZVO wollte.

„Dies haben wir nach rechtlicher Prüfung so akzeptiert“, sagte Günther.

Zustimmung der Eigentümer ist notwendig

Die vom ZVO beschlossene Variante habe laut Günther die zentrale Erschließung aber auch nicht ausgeschlossen, orientierte sich aber an freiwilligen Lösungen zum Anschluss an voranliegenden Grundstücken.

„Der Knackpunkt dort ist, dass wir nicht ohne Zustimmung der voranliegenden Eigentümer durch deren Grundstücke bauen können“, sagte er.

Thales Bürgermeister Thomas Balcerowski (CDU) sieht dazu aber gerade die Wasserbehörde in der Pflicht: „Dann muss diese halt eine von ihr favorisierte zentrale Entsorgung zwangsweise als Duldung durchsetzen.“

Externe Gutachter nehmen Ortsteile unter die Lupe

In den Quedlinburger Ortsteilen Morgenrot und Münchenhof hatte der ZVO externe Gutachter beauftragt, um zu klären, welche Variante der Entsorgung die günstigste ist.

„Die Ergebnisse werden jetzt mit der Unteren Wasserbehörde besprochen, um die wirtschaftlich sinnvollste Variante zu finden“, sagte Günter.

Die Entscheidung zur Schmutzwasserentsorgung in den beiden Ortsteilen Altenbrak und Silberhütte wird erst einmal zurückgestellt. Günther: „Wir warten erst einmal die Untersuchung ab.“

Hier werden jetzt ebenfalls externe Berater zur Untersuchung mehrerer Varianten einbezogen. (mz)