Todesschüsse in Quedlinburg

Todesschüsse in Quedlinburg: Verdächtiger in Sachsen-Anhalt in U-Haft

Quedlinburg - Der 49-Jährige, der verdächtigt wird, am 31. August in Quedlinburg einen 73-Jährigen erschossen zu haben, ist jetzt in einer Justizvollzugsanstalt in Sachsen-Anhalt in Untersuchungshaft. Das erklärte Hauke Roggenbuck, Leiter der Staatsanwaltschaft Halberstadt, auf Anfrage der MZ. „Die Ermittlungen dauern weiter an“, sagte der ...

Von Petra Korn

Der 49-Jährige, der verdächtigt wird, am 31. August in Quedlinburg einen 73-Jährigen erschossen zu haben, ist jetzt in einer Justizvollzugsanstalt in Sachsen-Anhalt in Untersuchungshaft. Das erklärte Hauke Roggenbuck, Leiter der Staatsanwaltschaft Halberstadt, auf Anfrage der MZ. „Die Ermittlungen dauern weiter an“, sagte der Oberstaatsanwalt.

Der 49-jährige Quedlinburger war kurz vor Weihnachten bei der Einreise nach Deutschland an einem Flughafen aufgrund eines vom Amtsgericht Halberstadt erlassenen Haftbefehls durch die Bundespolizei festgenommen worden. Er soll nach MZ-Informationen aus Portugal gekommen, die Festnahme am Flughafen Berlin erfolgt sein. Der Quedlinburger war zunächst in eine Justizvollzugsanstalt außerhalb des Landes gebracht worden.

Dringender Tatverdacht besteht

„Es besteht dringender Tatverdacht, aufgrund dessen sich der Mann in Untersuchungshaft befindet“, erklärte Hauke Roggenbuck. Der 49-Jährige habe bei der Verkündung des Haftbefehls - wegen des Verdachts des Mordes - Gelegenheit gehabt, sich zu äußern. Ob das erfolgt sei, dazu könne er keine Angaben machen, so der Oberstaatsanwalt. Der Quedlinburger habe einen Verteidiger, der jederzeit Angaben für den Beschuldigten machen könne.

Die am 16. Dezember bei der Durchsuchung von Wohn- und Geschäftsräumen in sechs Gebäuden in Quedlinburg sichergestellten potenziellen Beweismittel befänden sich weiterhin zur Auswertung beim Landeskriminalamt, sagte Hauke Roggenbuck. „Es wird auch noch dauern, bis die Ermittlungen zu einem Abschluss kommen.“

Eine Sonderkommission gebildet

Der 73-jährige Michal W. war am 31. August gegen 18.45 Uhr in der Julius-Wolff-Straße in Quedlinburg mit mehreren Schüssen getötet worden. Laut Zeugenaussagen soll sich ein korpulenter Mann mit einem Herrenfahrrad vom Tatort entfernt haben, der dunkel bekleidet gewesen sein und zudem ein dunkles Basecap getragen haben soll. Die Polizei bildete eine - noch immer arbeitende - zwölfköpfige Sonderkommission „Gröpern“, die die Ermittlungen wegen Mordverdachts aufnahm. Eingerichtet wurde auch ein Zeugentelefon. Der Tatverdacht gegen den 49-jährigen Quedlinburger hatte sich im Zuge der Ermittlungen ergeben. (mz)