„Let's move“

Teilnehmer an Hilfsaktion für die Ukraine sammeln in Quedlinburg 9.787 Kilometer

Firma K2-Computer Softwareentwicklung GmbH organisiert Spendenprojekt, das alle Erwartungen übertrifft.

Von Ingo Kugenbuch Aktualisiert: 01.05.2022, 16:55
Zahlreiche Läufer und Radfahrer beteilgten sich an der Abschlussveranstaltung der Spendenaktion „Let’s move“ am Samstag im Quedlinburger Brühl.
Zahlreiche Läufer und Radfahrer beteilgten sich an der Abschlussveranstaltung der Spendenaktion „Let’s move“ am Samstag im Quedlinburger Brühl. Foto: K2/Daniela Schwingal

Quedlinburg/MZ - Der Plan war simpel: 1.500 Kilometer, die Strecke von Quedlinburg nach Kiew, sollten zusammenkommen. Gelaufen, geschwommen, mit dem Rad gefahren, Gassi gegangen. Jeder, der sich im April irgendwie fortbewegt hat, konnte seine zurückgelegten Kilometer per Mail an die Quedlinburger Firma K2-Computer Softwareentwicklung GmbH schicken. Dort wurden die Strecken gesammelt, und K2-Chef Jens Hoyer wollte für jeden Kilometer einen Euro für Hilfsprojekte in der Ukraine spenden - und am Ende die Summe verdoppeln. 3.000 Euro. Das war der Plan.

Doch dieser Plan ist nicht aufgegangen. Allerdings im positiven Sinne. Denn Hoyer hat die Bewegungsfreude und Hilfsbereitschaft der Quedlinburger unterschätzt. Bis zum Abschluss des Projekts am Samstag kamen insgesamt 9.787 Kilometer zusammen, aus denen nun knapp 20.000 Euro für die Ukraine werden. In seiner Dankesmail an die Teilnehmer der Aktion schreibt Hoyer am Sonntag um 0.43 Uhr: „Sie können stolz auf sich sein: Wie viele Kilometer und Stunden da zusammengekommen sind, wie viel Schweiß geflossen ist und wie stark die Muskeln geschmerzt haben!“

„Was für eine Leistung!“

Die Bilanz ist in der Tat beeindruckend: „Insgesamt haben wir 454 Sport-Einheiten erfasst, wobei die Zahl real höher ist, weil einige uns zusammengefasste Monatsmeldungen geschickt haben. 73 verschiedene Sportlerinnen und Sportler, haben uns ihre Kilometer gemeldet. Und insgesamt sind sage und schreibe 9.787 km geschwommen, gelaufen, gewalkt, geradelt und gebiket worden. Was für eine Leistung!“, jubelt Hoyer.

Neben vielen Einzelsportlern haben sich auch ganze Vereine an der K2-Aktion beteiligt. So etwa habe Konrad Sutor von der TSG GutsMuths die Werbetrommel für „Let’s move“ gerührt, berichtet Hoyer. Und auch Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen und Schüler der David-Sachs-Schule in Quedlinburg haben Kilometer geschrubbt.

Hilfe für Menschen in Kiew, Lwiw und Butscha

Aus den Kilometern werden nun Euros, die an die Hilfsorganisation „ShelterBox“ überwiesen werden. Diese verteilt in Krisengebieten überall auf der Welt lebensnotwendige Dinge in so genannten ShelterKits. Schon seit Anfang März ist „ShelterBox“ auch in der Ukraine im Einsatz - in Kiew, in Lwiw und auch in Butscha, berichtet Hoyer.

„Die Menschen, die in ihren beschädigten Häusern ums Überleben kämpfen, erhalten ‚ShelterKits‘ mit Werkzeug und Seilen, warme Decken, Hygienepakete mit Seife, Waschpulver und Zahnpasta, Solarlampen, Eimer und Wasserbehälter. Geflüchtete in den Nachbarländern wie der Republik Moldau werden von ‚ShelterBox‘ mit dringend benötigten Dingen, die sie mit sich führen können, wie Hygieneartikel und etwas Bargeld, unterstützt“, so der K2-Geschäftsführer.

„ShelterBox“ ist seit Anfang März in der Ukraine im Einsatz.
„ShelterBox“ ist seit Anfang März in der Ukraine im Einsatz.
Foto: Shelterbox

„Vielen Dank für die großartige Idee zu dieser sehr coolen Aktion und deren perfekter Organisation“, schreibt ein Teilnehmer in einer Mail an Hoyer. „Mir persönlich, und ich denke, vielen anderen Teilnehmern auch, war es eine Ehre, daran teilzunehmen.“

Nun bleibe die Hoffnung, „dass die Welt durch uns alle ein ganz klein wenig besser geworden ist“, schreibt Hoyer in seiner Mail an die Teilnehmer von „Let’s move“. „Wir wollten mal etwas anstoßen und aus dieser kleinen Idee ist eine aus unserer Sicht riesige Bewegung geworden.“