Paracelsus-Harzklinik

Paracelsus-Harzklinik: Feiner Nebel strömt durch den Dom

Bad Suderode - Die Paracelsus-Harzklinik in Bad Suderode hat einen Salzdom gebaut. Für Patienten mit Atemwegserkrankungen eine Therapie mit Anti-Stress-Effekt.

Von Rita Kunze

Die Wände sind ganz aus Salz. Seine rötlich-gelbe Farbe wirkt durch weiches Licht noch leuchtender. Von zwei Seiten strömt feiner Nebel, der sich im Raum verteilt. Leise säuselt Entspannungsmusik.

Das einzige Fenster an der Decke schafft mit dem Bild eines Baumes vor blauem Himmel eine Illusion von freier Natur: Wer hier steht, der befindet sich im zweiten Untergeschoss der Paracelsus-Harzklinik in Bad Suderode.

Salzdom in der Paracelsus-Harzklinik: Die emotionale Ebene

Die Einrichtung will am Montag mit einer neuen Form der Therapie beginnen. Patienten mit Atemwegserkrankungen können dann auf sehr spezielle Weise Linderung erfahren.

„Der große Unterschied besteht auf der emotionalen Ebene“, sagt Planer Rüdiger Rentsch von der Berliner SalzDom Verwaltungs UG, die den Raum eingerichtet hat.

Das Einatmen solehaltiger Luft zur Verbesserung der Atemfähigkeit sah bislang so aus.

Die Patienten sitzen auf einer Art Bürostuhl, bekommen Inhalationsmasken aufgesetzt und sehen auf eine weiße Wand. „Schön ist das nicht“, sagt Rentsch.

Entstanden ist der Salzdom aus einer alten Sauna mit einem Wasseranwendungsbereich, sagt Uwe Heinrich, der Verwaltungsdirektor der Paracelsus-Harzklinik.

„Der Bereich wurde therapeutisch nur noch wenig genutzt, und wir haben die pneumologische Abteilung neu ausgerichtet.“

Salzdom in der Paracelsus-Harzklinik:  Saline ist einmalig in der Reha-Landschaft

Mit der „Paracelsus-Saline“ habe die Klinik etwas Einmaliges in der Reha-Landschaft im mitteldeutschen Raum zu bieten, sagt Heinrich.

Das Fresenius-Institut habe die Erfüllung der Vorgaben als Medizinprodukt bestätigt, betont er. Damit sei der Salzdom als Therapieangebot gültig - also mehr als Wellness.

Die kleine Saline strahlt mit gedämpftem Licht Wärme aus, die im Kreis aufgestellten Sessel und Hocker wirken bequem.

„Hier können die Patienten entspannen. Dann atmen sie auch anders“, sagt Rentsch.

Ein weiterer Unterschied zum Inhalator bestünde darin, dass im Raum die Kochsalzlösung von zwei Ultraschall-Verneblern verdampft werde.

Damit blieben feinste, aber doch unterschiedlich große Salzpartikel in der Luft, die nicht nur bis in die kleinsten Lungenteilbereiche gelangen, sondern auch für die oberen Atemwege nützlich seien.

Salzdom in der Paracelsus-Harzklinik: Viereinhalb Tonnen Salz wurden verbaut

Viereinhalb Tonnen Salz aus einem Tal am Fuße des Himalaya sind hier verbaut worden. Ein Mauersteinziegel wiege etwa zwei Kilogramm, sagt der Planer.

Das in Pakistan abgebaute rote Steinsalz wird gern als „Himalayasalz“ bezeichnet. Das Besondere daran? „Die Farbe“, sagt Rentsch. Heimisches Steinsalz sei bräunlich oder weiß, damit ließe sich keine entspannende Atmosphäre schaffen.

Salzdom in der Paracelsus-Harzklinik: „Den Körper runterfahren“

Gerade die aber wolle man erreichen, sagt Marco Reer, der Leiter des Therapiebereiches der Klinik. Deswegen werde auch Entspannungsmusik eingespielt, „man soll ja den Körper runterfahren“.

Bis zu zwölf Personen sollen an einer Sitzung teilnehmen. Zunächst ist das nur für Patienten der Klinik möglich, später wolle man das Angebot für Gäste und Besucher erweitern, sagt Heinrich. Dann sollen auch spezielle Entspannungsangebote wie Yoga oder Klangtherapie mit der Inhalation kombiniert werden. (mz)