Zweckverband Ostharz

Neuer Brunnen im Quedlinburger Brühl erhält Stube

Welche Arbeit auf der Brühlwiese erfolgt und wie es weitergeht.

Von Petra Korn
Die Brunnenstube wird mit einem Kran an ihren Platz gebracht.
Die Brunnenstube wird mit einem Kran an ihren Platz gebracht. Foto: HGT

Quedlinburg/MZ - Zwei Meter lang, je zweieinhalb Meter breit und hoch - das Betonfertigteil ist in Nordhausen gegossen und dann per Tieflader nach Quedlinburg gebracht worden.

Hier haben die Mitarbeiter der HGT Hydro-Geotechnik Nordhausen die neue Brunnenstube jetzt an ihren mit Schacht- und Fundamentarbeiten vorbereiteten Platz gesetzt. Über dem neu gebauten Brunnen auf der Brühlwiese aufgestellt, schützt es den sogenannten Brunnenkopf und wird die Schaltanlage für den Brunnen sowie die Armaturen für die Anschlussleitung aufnehmen. Auftraggeber für die Arbeiten ist der Zweckverband Ostharz; er hatte zuvor an sechs Stellen auf der Brühlwiese Probebohrungen durchführen lassen. Nur eine war geeignet - „die bauen wir jetzt zu einem Brunnen aus“, sagt Rainer Schmidt, Fachingenieur für Trinkwasserversorgung beim ZVO.

„Irgendwann ist die Lebensdauer der Rohre erreicht, sie brechen durchaus“

Nötig ist das, weil die vorhandenen Brunnen - mit dem hier gewonnenen, im Wasserwerk aufbereiteten Trinkwasser wird der Bereich von Quedlinburg bis hinauf in den Unterharz versorgt - aus den 1980er Jahren stammen. In den Brunnen saugen Pumpen das Wasser an, in durchlaufenen Filterschüttungen - Kiesschichten - und Filterrohren - sie sind noch aus Ton - sollen Schwebstoffe aus dem Wasser zurückgehalten werden. „Irgendwann ist die Lebensdauer der Rohre erreicht, sie brechen durchaus“, erklärt Rainer Schmidt. Dann sei der Zulauf aus diesem Brunnen unkontrolliert, weil das Wasser nicht mehr gefiltert werde. Tonrohre zu regenerieren sei schwierig - weshalb es sinnvoller sei, neu zu bauen. Wie jetzt auf der Brühlwiese oder direkt neben einem der alten Brunnen im Brühlpark, was als Sanierung des Standorts gilt. Saniert werden müssen alle Brunnen nach und nach, „wir führen das fort“, sagt Rainer Schmidt.

Dafür wurden auch drei Erkundungsbohrungen auf der Bodebreite durchgeführt. Die Wasseranalysen und Ergebnisse der Pumpversuche lägen vor und würden ausgewertet. Das bedeutet, „jetzt müssen wir als Verband entscheiden, ist das ausreichend, um eine Erschließung vorzunehmen.“ So müsste, sollten hier Brunnen entstehen, eine Trinkwasserleitung - um das Wasser ins Wasserwerk zu transportieren - gebaut und Stromkabel für den Betrieb verlegt werden. „Und mit den Leitungen müssten wir immer durch die Bode“, so Schmidt.